Überfüllter Bus macht Schulweg schwer

Erkrath : Überfüllter Bus macht Schulweg schwer

Wegen einer überlaufenen Busverbindung kommen Schüler oft zu spät oder nur mit Hilfe ihrer Eltern zur Schule.

„Die Türen gehen nicht mehr zu“, ruft das junge Mädchen seinem Vater zu. Zu sechst warten die Schulkinder auf ihren Bus, doch als er die Haltestelle anfährt, herrscht das gewohnte Bild: Er ist bis zum Zerbersten gefüllt. Jeder Platz ist besetzt, in den Gängen quetschen sich die Fahrgäste, keine weitere Person geht mehr hinein. „Schon wieder“, murmelt der Vater kopfschüttelnd. Das Problem an der Bushaltefestelle „Neanderweg“ ist den Eltern mittlerweile bekannt, herrscht es doch seit Ende der Sommerferien täglich. „Lasst gut sein, ich fahr euch“, sagt der Vater resignierend und winkt die Schulkinder zu sich.

Eigentlich sei die Verbindung optimal, erläutert Barbara Schraven. „Wenn alles klappt, dann dauert die komplette Busfahrt inklusive Umsteigen 13 Minuten.“ Die Erkratherin hat drei Kinder, die das Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann besuchen. Jeden Morgen nehmen sie zuerst den Bus O5 bis zum Neanderweg und steigen dann in den Bus 741 ein, der sie nach Mettmann bringt. Doch genau dieser Umstieg stellt sich als großes Problem heraus: Mit nur zwei Minuten Umstiegszeit sind die Kinder oft genötigt, über die viel befahrene, dreispurige Straße zu laufen, um ihren Anschluss zu erreichen. Für den langen Weg über die Ampel reicht die Zeit meist nicht. Und beim Einstieg in den Anschluss-Bus der Linie 741 kommt es direkt zur nächsten Komplikation: Der Bus ist morgens so voll, dass die Schulkinder teilweise nicht mehr mit hineinpassen. Schaffen sie es dennoch in den Bus, fühlen sie sich eingepfercht und haben Angst, verletzt zu werden.

Schraven sind sieben Kinder aus fünf Erkrather Familien bekannt, die mit der misslichen Situation konfrontiert sind. „Die Kinder fürchten jeden Tag, nicht oder nicht pünktlich in die Schule zu kommen“, berichtet die Mutter. Daher habe sie sich wie die anderen Familien an die Rheinbahn gewandt, um das Problem dort vorzutragen.

Auf Anfrage unserer Redaktion gibt eine Sprecherin der Rheinbahn an, dass bisher „keine signifikant hohe Anzahl an Beschwerden“ zu der Busverbindung eingegangen seien. Dennoch werde sie die Haltestelle von einem Verkehrsmeister prüfen lassen. Ferner erläutert sie, dass ein größerer Bus keine Option sei, da die Gelenkbusse nicht zugelassen seien, die Neanderschleife zu befahren, die Teil der Strecke ist. Daher habe die Rheinbahn bereits im letzten Sommer die Taktung auf der Linie 741 erhöht. Dass die Eltern in den Kundendialog gegangen sind, befürwortet die Sprecherin. Die Rheinbahn sei auf die Resonanz angewiesen, um zu sehen, wo bei künftigen Fahrplanänderungen Handlungsbedarf herrsche.

Das dauert Barbara Schraven allerdings zu lange. „Hier besteht zwingender Handlungsbedarf“, erklärt sie und fordert „eine baldige Lösung“. Der Bus sei nicht nur „extrem voll“, sondern ebenfalls „regelmäßig zu spät“. Das komme den Kindern bei der knappen Umstiegszeit entgegen, sorge aber dafür, dass sie die Schule zu spät erreichen oder sich hetzen müssen. Besonders für die „neuen Fünftklässler“, die erstmalig regelmäßig mit dem Bus fahren, sei die Situation eine „Zumutung“.

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