Rat lehnt pauschalen Mietzuschuss für Kulturzentrum ab

Erkrather Verein sucht neue Räume : Rat lehnt pauschalen Zuschuss für Kulturzentrum ab

Nach dem Brand der Grundschule Sandheide müssen Kulturzentrum und Tafel das Gebäude Schmiedestraße verlassen.

Der Verein „Internationales Kulturzentrum“ (IKZ) ist auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Zuletzt hatte er seinen Sitz in der ehemaligen Schule an der Schmiedestraße in Millrath. Nachdem die Grundschule Sandheide durch einen Brand zerstört wurde, hatte die Stadtverwaltung jedoch verfügt, dass das Gebäude Schmiedestraße als Übergangslösung für die Grundschüler gebraucht wird, bis in einigen Jahren der Neubau in der Sandheide fertig wäre. Die Stadt hat von der zehntägigen Kündigungsfrist gebraucht gemacht und dem IKZ mitgeteilt, dass das Gebäude wegen Eigenbedarf geräumt wird. Auch die Tafel muss ausziehen.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte im letzten Haupt- und Finanzausschuss den Antrag gestellt, dass die Stadtverwaltung dem IKZ bei der Suche nach neuen Räumen helfen und einen Mietzuschuss gewähren solle. Obwohl der Antrag mehrheitlich abgelehnt wurde, stand das Thema nun auch im Rat wieder auf der Tagesordnung. „Der Verein verfügt über keine Eigenmittel und müsste die Arbeit niederlegen, wenn die Stadt nicht hilft“, erklärte Grünen-Fraktionschef Reinhard Knitsch zu Beginn. Zwar sei vorgesehen, dass das IKZ wie auch die Tafel im künftigen „Forum Erkrath“ an der Hildener Straße unterkommen soll, doch der Umbau des Aparam-Gebäudes hat noch nicht begonnen und bis das Forum in Betrieb geht, kann es noch Jahre dauern. Der Verein leiste wichtige Integrationsarbeit mit vielen Kursen und Gruppen, vor allem für Kinder und Jugendliche aus Osteuropa, betonen die Grünen in ihrem Antrag. Eventuell könne der Verein Räume im Roncalli-Haus an der Tannenstraße für begrenzte Zeit nutzen, jedoch nicht ohne Mietzuschuss von der Stadt.

Die anderen Fraktionen beteuerten, dass sie die Arbeit des IKZ grundsätzlich wertschätzten, finanzielle Zuwendungen jedoch nicht pauschal im Voraus versprochen werden könnten. „Einfach das Portemonnaie aufmachen ist keine Lösung“, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Jöbges. Amtskollege Detlef Ehlert (SPD) gab zu bedenken, dass auch die Architektengruppe „Dependance“ betroffen sei, die die ehemalige Schule nun vorerst nicht für seniorengerechtes Wohnen nutzen könne. Sozialdezernent Ulrich Schwab-Bachmann stellte klar, dass die Suche und Finanzierung von neuen Räumen für Vereine nicht zu den Kernaufgaben der Verwaltung gehöre. „Wir müssen vor allem bestehende Einrichtungen in Betrieb halten. Wir haben in vielen Bereichen absolute Raumprobleme, zum Beispiel sind fast alle Schulen mit dem Offenen Ganztag ausgelastet“, so Schwab-Bachmann.

Reinhard Knitsch schlug vor, als Kompromiss zu formulieren: „Die Verwaltung wird beauftragt, (…) dem IKZ einen Mietzuschuss in Aussicht zu stellen“. Doch auch das überzeugte nicht: Der Antrag der Grünen wurde mehrheitlich abgelehnt.

Die Tafel in Erkrath weist auf ihrer Homepage bereits auf ihre neue Ausgabestelle hin: Sie ist ab dem 26. Juli in der Bahnstraße 17 (ehemals Supermarkt Kaiser’s).

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