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Politik hat entschieden: Reihenhäuser für das neue Wohnquartier Wimmersberg

Planung geht weiter : Reihenhäuser für den Wimmersberg

Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde jetzt eine Variante für das Wohnquartier in Alt-Erkrath ausgewählt.

Fast hatte man den Eindruck, das Bauprojekt Wimmersberg sei zum Erliegen gekommen, so wenig war zuletzt über echte Fortschritte, stattdessen mehr Kritik zu hören. Der Investor Catella ist jedoch nach wie vor im Boot und hat seinen mittlerweile 67. Planstand erarbeitet.

Nach einer kurzfristig anberaumten Bürgerbeteiligung am 25. Februar in der Stadthalle (die insgesamt sechste) und einer Online-Umfrage waren die „Düssel Terrassen“ nun Thema im Planungsausschuss. Catella-Geschäftsführer Klaus Franken stellte den Planstand und die Ergebnisse vor.

Franken betonte, dass die freiwilligen Bürgerbeteiligungen in die Planung einfließen, nachdem es immer wieder Kritik am Verfahren und der fehlenden Dokumentation der Bürgerwünsche gegeben hatte. Der Aufteilungsplan ist fertig und wurde in zwei Varianten A und B vorgestellt. Beide bauen auf den bisherigen Entwürfen auf und unterscheiden sich hauptsächlich darin, dass entlang der Straße Am Wimmersberg Reihenhäuser beziehungsweise Geschossbauten vorgesehen sind.

In beiden Fällen sei die „Grüne Mitte“, eine langgezogene Parkanlage eingefasst von sechsstöckigen Punkthäusern, noch einmal erweitert worden. Auf die Kritik an der Zahl der Wohnungen (750) und der Gebäudehöhen antwortete Catella, dass diese schon so weit wie möglich reduziert worden seien und eine weitere Reduzierung nicht mehr wirtschaftlich sei.

Holger Bouman (Leinfelder Ingenieure GmbH) hat sich mit der Topografie beschäftigt und einen Plan für Entwässerung, Hochwasserschutz und Brandschutz vorgelegt. Weil alle Gebäude für Feuerwehrfahrzeuge zugänglich sein müssen, sollen Flächen teilweise eingeebnet werden, wodurch an anderen Stellen steilere Steigungen entstehen, um den Gesamt-Höhenunterschied von 30 Metern zu überwinden. Hans-Rainer Runge (Runge IVP Verkehrsplanung) stellte fest, dass der Verkehr in Alt-Erkrath durch das Wohngebiet um vier Prozent zunehmen werde, was aber kein Problem für die untersuchten Knotenpunkte sei.

Das wollte Bernhard Osterwind (BmU) nicht glauben: „Was machen Sie denn anders als ihre Vorgänger?“ fragte Osterwind angesichts „anhaltender Beschwerden“ aus der Bevölkerung. Runge betonte, sein Büro arbeite seit 30 Jahren mit Erkrath und in den letzten 15 Jahren sei der Verkehr eher zurückgegangen. Peter Knitsch (Grüne) wiederholte seine auch von anderen Stellen vorgebrachte Kritik am Verfahren. „Das ist ja alles nett und schön, aber es sind keine Fakten“, so der Bürgermeisterkandidat. Knitsch forderte, dass sämtliche Gutachten der Politik im Original vorlegt werden sollen und endlich ein 3D-Modell sowie die Architektur der Gebäude gezeigt werden. „Wir würden uns wünschen, dass der Autoverkehr soweit wie möglich eliminiert wird“, so Knitsch.

Bei allem Wunsch nach Mobilitätswende, Car-Sharing und E-Bikes glaubten seine Kollegen jedoch, dass Menschen auch weiterhin Autos haben würden. Rund 1000 Stellplätze sind für das Neubaugebiet vorgesehen.

Nach fast zweistündiger Diskussion konnte schließlich geklärt werden, dass es an diesem Tag nur um eine Absichtserklärung ging, das Projekt weiterzuverfolgen. Um in Richtung Bebauungsplan und städtebaulichem Vertrag weiterarbeiten zu können, brauchte Catella ein Votum des Ausschusses für eine der zwei Varianten. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde Variante A (mit Reihenhäusern) betätigt.

„Man kann es nicht allen recht machen. Unterm Strich ist der Kompromiss gelungen“, sagte Bürgermeister Christoph Schultz.