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Mettmann/Wülfrath: Zwei Corona-Verdachtsfälle in Erkrath

Jetzt hat der Kreis Mettmann die ersten drei Verdachtsfälle : Zwei Corona-Verdachtsfälle in Erkrath

In beiden Fällen ist der Verdacht noch nicht bestätigt. Die Ergebnisse der Abstrichuntersuchungen stehen noch aus. Die Vorbereitungen zur Schaffung einer zentralen Anlaufstelle laufen, Kreisgesundheitsamt richtet Service-Telefon ein.

Seit Dienstag-Nachmittag gibt es vier Corona-Verdachtsfälle im Kreis Mettmann. In allen Fällen handelt es sich um Personen, die Symptome aufweisen, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hinweisen, bestätigt Daniela Hitzemann, Pressesprecherin Kreis Mettmann. Die Ergebnisse der nach Kriterienkatalog des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorgenommenen Rachenabstriche stehen noch aus.

Im ersten Fall handelt es sich um eine junge Frau aus Erkrath, die klinische Symptome aufweist und über eine Veranstaltung in Düsseldorf Kontakt zu einer im Kreis Heinsberg bereits positiv getesteten Person hatte. Zurzeit steht die Frau mit ihrer Familie, dazu zählen der Ehemann sowie zwei Kinder, zu Hause unter Beobachtung.

Beim zweiten Fall handelt es sich ebenfalls um eine junge Frau, die aus Mailand kommend ihre Familie in Erkrath besucht. Auch sie zeigt klinische Symptome und steht zusammen mit ihrer Familie unter häuslicher Beobachtung.

Beim dritten Fall handelt es sich um eine Urlaubsrückkehrerin aus der Lombardei, die ebenfalls zusammen mit Ehemann Zuhause in Langenfeld überwacht wird.

Am Abend meldete die Stadt Haan einen Corona-Verdachtsfall. Es handele sich um einen Elternteil zweier Kinder, die die Gemeinschaftsgrundschule Gruiten und die Kita Hasenhaus besuchen, teilte Bürgermeisterin Bettina Warnecke mit. Auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes bleiben beide Einrichtung vorsichtshalber am Mittwoch geschlossen.

Wie der Rachenabstrich zum Test vorgenommen wird, darüber informiert Boris Ulitzka, Hygienefachkraft vom EVK Mettmann, auf Nachfrage unserer Redaktion. Etwa 30 Sekunden dauert es, besagten Rachenabstrich vorzunehmen. „Das EVK Mettmann schickt diese Abstriche in ein Labor nach Düsseldorf“, berichtet er. Die Auswertung dauert „sechs bis acht Stunden, dann liegt das Ergebnis vor“. Je nach Befund wird dann weiter entschieden. Ist das Ergebnis positiv, wird nicht nur der Patient in Kenntnis gesetzt und die weitere Vorgehensweise mit ihm abgestimmt, „zwanghaft per Gesetz geht parallel die Information auch ans Gesundheitsamt“, erklärt der Hygienefachmann.

„Der Krisenstab des Kreises tagt aktuell regelmäßig. Für Fragen von Bürgern werden wir ab morgen (Mittwoch) früh ein Service-Telefon betreiben“, kündigt Landrat Thomas Hendele an und ergänzt: „Damit entlasten wir zugleich die niedergelassene Ärzteschaft, aber auch die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr.“

Das Service-Telefon wird zwei Aufgaben übernehmen: Zum einen dient das Service-Telefon dazu, allgemeine Fragen aus der Bevölkerung entgegen zu nehmen. Zum anderen soll das Service-Telefon als Clearingstelle für Bürger dienen, die glauben, eventuell infiziert zu sein. Mittels Abfrage der vom RKI definierten Kriterien (Symptome, Aufenthalt in einem Risikogebiet, Kontakt zu einer nachgewiesen infizierten Person) ermitteln die Mitarbeiter des Service-Telefons, ob ein klärungsbedürftiger Verdachtsfall anzunehmen ist und die Person einer weiterführenden Diagnose zugeführt werden sollte.

Die Vorbereitungen zur Schaffung einer zentralen Anlaufstelle laufen und sind nicht zuletzt von der Mitwirkung der kassenärztlichen Vereinigung abhängig. Bis zur Einrichtung einer solchen Anlaufstelle werden Verdachtsfälle vom Service-Telefon an das Gesundheitsamt vermittelt. Das Service-Telefon ist ab Mittwoch, 4. März, unter 02104-993535 täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.