Kommentar : Ein empfindliches Terrain

Wie sich ihr Stadtteil durch eine neue Wohnbebauung verändert, beschäftigt die Menschen, das dürfte niemanden verwundern. Ihre Sorge: Wird da eine gesichtslose Dutzendsiedlung im Hauruckverfahren von oben durchgedrückt?

Es ist gut, dass sie ein Auge darauf haben, denn weder der Investor noch die meisten politischen Entscheidungsträger sind Anwohner des Bereichs. Beide verfolgen eigene Interessen. Der eine will naturgemäß so viel Kapital wie möglich aus dem Areal schlagen, die anderen wollen so viel Wohnraum wie möglich entstehen lassen. Bauland ist knapp und der Druck groß. Ihre Blickwinkel zusammengefasst: Möglichst viele Wohnungen in möglichst kurzer Zeit bauen und dabei möglichst hohe Gewinne machen. Selten kommt dabei etwas Zufriedenstellendes heraus, schon gar nicht in ästhetischer Hinsicht. Räumliche Qualität wird oft als unwichtig betrachtet, aber für Bewohner und Anwohner ist sie von – buchstäblich – fundamentaler Bedeutung.

cordula.hupfer@rheinische-post.de