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Erkrather Prinzenpaar blickt zurück auf die Session

Rückblick auf die närrische Session 2020 : „Wir hatten eine megageile Zeit“

Udo I. und Sabine I. waren das Erkrather Prinzenpaar der vergangenen Session. Jetzt schauen sie zurück auf die jecke Zeit.

Die jecke Zeit ist vorbei. Es waren tolle Wochen und Monate in den Karnevalshochburgen, aber auch in Erkrath, wo der Rosenmontagszug diesmal eine Woche früher auf die Reise ging und im ehemaligen Stadtteil Unterbach gar wegen Sturmwarnung abgesagt wurde. Dafür war die Stimmung umso besser bei den wettergeschützten Veranstaltungen in der Stadthalle und im Bürgerhaus. Nun ist es an der Zeit, einmal mit dem Prinzenpaar auf die Session zurückzublicken.

„Wir hatten eine megageile Zeit, die wir nicht mehr vergessen werden“, fasst Ex-Prinzessin Sabine Lahnstein zusammen. Obwohl sie als stellvertretende Bürgermeisterin das Repräsentieren gewohnt ist, hatte man bei ihren Auftritten den Eindruck, dass die Rolle als Karnevalsprinzessin etwas Besonderes war. „Es war auch super“, sagt Lahnstein: „Ich hatte mir gar nichts erträumt. Ich hab das einfach auf mich zukommen lassen“. Relativ spät im Jahr sei 2019 die Idee gereift, zusammen mit Udo Wolffram selbst das Ornat anzuziehen. „Eigentlich braucht man mehr Vorlaufzeit, um die Kostüme zu bestellen, die Orden zu entwerfen und so weiter“, sagt Wolffram. Aber da er ja seit Jahren als Präsident der „Großen Erkrather KG“ im Karneval aktiv ist, wusste er schon, wie der Hase läuft. Udo und Sabine hatten 83 Auftritte in der Session, dazu kamen noch Veranstaltungen im Sommer, so dass man mit annähernd 100 Einsätzen rechnen muss. Das Erkrather Prinzenpaar war gerne gesehen in der ganzen Region, und den Einladungen aus Wuppertal, Viersen, Iserlohn und Leverkusen ist man gefolgt. „Eigentlich war alles ein Highlight“, sagt Sabine Lahnstein. Aber nach Erkrath zurückzukommen, sei für die beiden immer besonders gewesen. Udo Wolffram stimmt zu: „In Düsseldorf ist man einer von vielen. Deshalb waren meine Höhepunkte die Prinzenkürung und der Bunte Abend in der Heimat“. Unvergessen der Einzug des designierten Prinzenpaares am 23. November in der Realschule Erkrath: Weil sie die Blumen vergessen hatten, mussten – oder durften – sie gleich ein zweites Mal einmarschieren.

„Das Bewegendste war unser Besuch im Kinderhaus Viersen“, sagt Udo Wolffram nachdenklich. Kindern, die künstlich ernährt und teilweise beatmet werden müssen, ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, habe einen die wirklich wichtigen Dinge erkennen lassen. Auch im Franziskus-Hospiz in Hochdahl haben die beiden vier der Bewohnerzimmer besucht. „Man denkt, das wäre eine traurige Angelegenheit, aber das ist es dort eben nicht. Ich empfehle jedem, am Tag der offenen Tür mal hineinzugehen“, sagt Sabine Lahnstein. Bei all den vielen Terminen wollten Udo und Sabine aber nie die Kontrolle verlieren. „Alle Termine wurden mit dem Prinzenpaar zusammen ausgesucht“, betont Franz Caron, ehemals Erkraths erster Prinz und heute zweiter Vorsitzender der „Letzten Hänger“.

„Wenn wir jeder Einladung gefolgt wären, hätten wir an die 200 Auftritte gehabt. Uns war aber wichtig, mit dem Herzen dabei zu sein und nach dem Auftritt noch zu bleiben“, so Udo Wolffram. „Wir hatten sogar in Düsseldorf mehr Medienpräsenz als das Düsseldorfer Prinzenpaar“, lacht er. Die hatten sie in Erkrath sowieso: Etwa beim „Zoch“, bei dem sie im offenen Cabrio mitfuhren statt hoch auf einem Mottowagen. „Ich glaube, das kam sehr gut an“, sagt Wolffram. Für die kommende Session sollten sich interessierte Prinzen-Kandidaten möglichst bald melden. Udo und Sabine schielen auch schon auf die Zukunft: „Wir haben gesagt, wenn wir beide 66 sind, machen wir das nochmal“.