Ein Ort der Trauer und ein Ort der Hoffnung

Kolumbarium in Katzem eingesegnet : Ein Ort der Trauer und ein Ort der Hoffnung

Der Katzemer Friedhof hat nun ein Kolumbarium. Am Freitag wurde es eingesegnet. Platz für 40 Kammern und insgesamt 80 Urnen ist entstanden.

„Der Friedhof – da nimmt etwas ein Ende, doch es beginnt auch was.“ Gemeindereferent Michael Kock aus der Pfarrei Christkönig Erkelenz wählte das 1. Buch Genesis, um zum Ausdruck zu brigen, „dass Gott nur eins kann – leben“. Mit der evangelischen Pfarrerin Friederike Lambrich segnete er nun das neue Kolumbarium auf dem Katzemer Friedhof ein.

Bereits vor etwa drei Jahren äußerten die Katzemer ihren Wunsch, ein Kolumbarium für die Bestattung von Urnen auf ihrem Friedhof zu realisieren. „Das ist ein Ausdruck von veränderter Bestattungskultur, daher hat die Stadt Erkelenz auch in Katzem reagiert und an der Umsetzung gearbeitet“, sagte Bürgermeister Peter Jansen in seiner Ansprache und blickte zurück: „Die bestehende Aussegnungshalle des Friedhofes musste ohnehin saniert werden.“ Daher sei der Zeitpunkt gut gewesen, um über die Einrichtung eines Kolumbariums zu reden, sagte Jansen weiter. Die Arbeiten gingen dann zügig voran und wurden hauptsächlich von den Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes Erkelenz ausgeführt. Entstanden sind so 40 Kammern, die Platz für insgesamt 80 Urnen bieten. Bürgermeister Peter Jansen: „Für mich ist das eine gelungene Lösung. Mein Dank gilt allen, die in den verschiedenen Formen beteiligt waren, um das Kolumbarium in Katzem zu realisieren.“

Während Gemeindereferent Michael Kock Worte aus dem 1. Buch Genesis in der Andacht wählte, sprach Pfarrerin Friederike Lambrich aus dem Buch der Offenbarung. Nach dem Tod, so sagte die Lövenicher Pfarrerin, folge ein Ende. Doch Gott begleite alle Wege, „und das ist unsere Hoffnung und unser Trost“.

Auch Christel Honold-Ziegahn, die Vorsitzende des Bezirksausschusses Lövenich, kam zur Einsegnung des neuen Kolumbariums in Katzem und trug dabei „Stufen“, eines der bekanntesten philosophischen Gedichte Hermann Hesses, vor. In diesem Werk beschreibt der Dichter treffend das Leben als fortwährenden Prozess, bei dem auf jeden Lebensabschnitt, der durchschritten ist, ein neuer folgt. Die berühmtesten Verse aus diesem Hesse-Gedicht lauten „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“. Damit wurde deutlich, was eingangs Gemeindereferent Michael Kock mit „Leben“ sagen wollte. Kock hatte gesagt: „Die Blumen auf den Gräbern, das Grün auf den Friedhöfen: All’ das steht für das Leben. Gott sah, dass es gut war, sagt uns die Schöpfungsgeschichte. Dies ist auch unser Auftrag – es soll wieder gut werden.“  

Wie Bürgermeister Peter Jansen bei der Einsegnungsfeier am Freitag noch sagte, findet schon am kommenden Montag die erste Bestattung im neuen Katzemer Kolumbarium statt.