Emmerich: Großrazzia im "Fungarden"

Emmerich: Großrazzia im "Fungarden"

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag zum großen Schlag ausgeholt: Der Betreiber vom "Fungarden" an der Tackenweide sowie seine Lebensgefährtin sind festgenommen worden. Es geht auch um Menschenhandel.

Die Festnahme des 53-jährigen Bosniers und seiner 40-jährigen Lebensgefährtin erfolgte am Donnerstag um 16.51 Uhr. Zollfahnder ließen vor dem Bordell an der Tackenweide die Handschellen klicken. Zeitgleich durchsuchten die Fahnder die Räume. Das geschah nicht nur an der Tackenweide, sondern auch im Bordell "Villa Auberge" an der Reeser Straße. Der Betrieb gehört dem Bosnier ebenfalls.

An der Großaktion nahmen neben 90 Zöllnern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit auch 100 Bundes- und Landespolizisten teil. Hinzu kamen 50 Beamte der Steuerfahndung. Neben den beiden Bordellen durchsuchten die Beamten auch noch diverse Geschäfts- und Privaträume, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend mit.

Zur Prostitution gezwungen?

Hintergrund des Einsatzes gegen den Bosnier und weitere Beschuldigte sind die Tatvorwürfe der Steuerhinterziehung, des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen, aber auch Menschenhandel, Zuhälterei und Einschleusen von Ausländerinnen mit gefälschten Pässen nach Deutschland. "Es besteht insbesondere der Verdacht, dass Prostituierte gegen ihren Willen festgehalten und zur Prostitution gezwungen worden sind", hieß es am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft.

  • Razzia in Bordellen in Emmerich

Bei der Durchsuchung der Bordelle und der anderen Objekte wurden unter anderem Rauschgiftspürhunde und ein Bargeldspürhund eingesetzt.

Während des Einsatzes an der Tackenweide sperrten die Zollbeamten die Straße an beiden Zufahrten ab. Nur die Einsatzkräfte kamen durch. Ebenso war es am "Auberge". Auch hier hatten Polizei und Zoll die Gebäudezufahrt zugeparkt und das Areal umstellt. Die Polizisten waren vermummt. Alle trugen schusssichere Westen.

Der 53-jährige Bosnier scheint für die Fahnder ein wichtiges Ziel zu sein. Das erklärt den enormen Aufwand gestern.

Er soll als Betreiber der beiden Emmericher Bordelle seit Juni 2004 mehr als 180 Prostituierte beschäftigt haben.

(RP/jco/top)