Alex und die Supersportwagen

Der Reeser Rennfahrer Alexander Müller startet am Wochenende in die neue Saison der ADAC-GT-Masters-Serie. Der 33-jährige Motorsportler mischt damit erstmals nach zwölf Jahren wieder in einer deutschen Rennserie mit.

Gestern ging Alexander Müller zum ersten Mal seit langer Zeit wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Ein Rennauto schnell um den Kurs bewegen. Seine erste Testfahrten nach der langen Winterpause absolvierte der Reeser in der Motorsport Arena Oschersleben. Dort, in der Magdeburger Börde, startet am kommenden Wochenende die ADAC-GT-Masters-Serie in die neue Saison. Neben der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft hat sich die "Liga der Supersportwagen", wie der Automobilclub den Wettbewerb bezeichnet, innerhalb weniger Jahre als zweite große Motorsport-Plattform in Deutschland etabliert.

Für Alex Müller bedeutet die Teilnahme an der ADAC-GT-Masters-Serie gewissermaßen die Rückkehr in die Heimat: Erstmals seit seinen Einsätzen in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft im Jahr 2000 bestreitet er wieder eine komplette Saison in einer nationalen Rennserie. In den vergangenen Jahren war der 33-jährige Motorsportler in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft im Einsatz. Eigentlich hätte er dort auch in der kommenden Saison wieder starten sollen: Er hatte einen Vertrag mit einem deutschen Team in der Tasche.

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"Komplett neue Spielwiese"

Doch wie so oft im Motorsport erwies sich dieses Papier als wertlos. "Ich hörte lange Zeit nichts. Und als ich mal anrief, druckste der Teamchef am Telefon etwas komisch herum und sagte dann schließlich, er habe zwei Fahrer, die Geld mitbringen, und könne mich deswegen nicht fahren lassen", berichtet Müller. Am vergangenen Samstag war Müller als Zuschauer bei Testfahrten für die Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring. "Dort traf ich den Essener Rennfahrer Altfrid Heger, der mir sagte, ein Team im ADAC GT Masters hätte noch einen Fahrerplatz frei." Dabei handelte es sich um das Molitor-Team aus Ulm, das in diesem Jahr erstmals zwei Sportwagen der auch aus der Formel 1 bekannten Marke McLaren einsetzt. Alex Müller zögerte nicht lange: "Ich rief an, fuhr am Sonntag nach Ulm, schaute mir das Auto und die Werkstatt an, sprach mit den Teammitgliedern und wusste sofort: Dort möchte ich fahren." Mit Teamchef Karsten Molitor einigte sich Müller schnell auf eine Zusammenarbeit. "Für das Team ist die ADAC-GT-Masters-Serie eine komplett neue Spielwiese, und auch das Auto ist neu", warnt Müller vor allzu hohen Erwartungen. Auch sein Teamkollege Christian Ott ist noch relativ unerfahren. Insgesamt stehen im ADAC GT Masters acht Rennwochenenden mit jeweils zwei einstündigen Rennen auf dem Programm.

Internet Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/emmerich

(rebo)