Demo in Duisburg: Sechs Rechte und eine "Blackbox"

Demo in Duisburg : Sechs Rechte und eine "Blackbox"

Die Polizei hat sich für den heutigen Demo-Donnerstag gerüstet. Sechs ProDeutschland-Anhänger werden erwartet, hunderte von Gegendemonstranten, vor allem aber gewaltbereite linke Autonome.

Duisburgs Polizeipräsidentin Elke Bartels lässt keinen Zweifel daran, dass sie dem heutigen Tag mit Sorge entgegensieht. Nicht wegen des versprengten Häufchens aus dem rechten Lager, nicht wegen der hunderte Gegendemonstranten aus dem bürgerlichen Umfeld, sondern wegen einer nicht zu beziffernden Zahl von gewaltbereiten Linksautonomen, die in sozialen Netzwerken derzeit für die Demo in Bergheim mobil machen.

Zu ihnen gehören auch die Gewalttäter, die am vergangenen Wochenende vor dem "Problemhaus" in Bergheim zuschlugen und am morgigen Freitag ab 14 Uhr vor dem Präsidium gegen Polizeigewalt demonstrieren wollen. Wie viele von ihnen heute in Duisburg erwartet werden, weiß die Polizei nicht. "Die Autonomen sind für uns eine Blackbox", so die Polizeipräsidentin,

Der "heiße Donnerstag" beginnt (vermutlich friedlich) gegen 12.30 Uhr an der Merkez-Moschee in Marxloh. Die Polizei hat genau festgelegt, wo sich die Teilnehmer der angemeldeten Gegendemonstrationen von DGB und Duisburger Netzwerk gegen Rechts aufstellen dürfen (neben und gegenüber der Moschee). Die sechs angemeldeten Teilnehmer von ProDeutschland müssen in dem Bereich Elisenstraße/Warbruckstraße bleiben. Sichergestellt wird dies durch rund 400 Polizisten, die hier und ab etwa 14.30 Uhr in Bergheim im Einsatz sein werden, wo die Lage wegen der Autonomen weit weniger entspannt bewertet wird als im Duisburger Norden.

Rund um das Haus an der Straße In den Peschen 3-5 werden den rechten auf der einen und den bürgerlichen Gegendemonstranten auf der anderen Seite ebenfalls Flächen zugewiesen, so dass sie sich und das Objekt, das Anlass für die Proteste ist, zwar sehen und sich gegenseitig auch hören können, aber dennoch Distanz gewahrt ist. Wer sich über die Anweisungen der Polizei hinwegsetzt, muss mit deren Eingreifen rechnen.

"Wir werden jeglicher Gewalt nachgehen", kündigte Elke Bartels gestern an. "Die Bewohner und Anwohner sind aus unserer Sicht nicht gefährdet", so Einsatzleiter Rüdiger Wollgramm. Bis vor zwei Wochen habe die Polizei die Lage am und um das Haus entspannt gesehen. Der Anwohnerprotest sei bislang stets sachlich und moderat gewesen, mit dem bürgerschaftlichen Engagement habe man positive Erfahrungen gemacht.

Erst die Ausschreitungen am Wochenende hätten daran etwas geändert. Sie hätten unterstrichen, wie gewaltbereit die Linksautonomen seien, so die Polizei. "Diese Leute suchen die Deckung der bürgerlichen Demonstranten", so Elke Bartels. "Wenn sie dann gewalttätig werden, so können wir die Demonstranten nur auffordern, sofort zur Seite zu gehen und diese Deckung aufzuheben. Lassen Sie sich nicht instrumentalisieren", appelliert die Polizei an die bürgerlichen Demonstranten. Viele der Gewaltbereiten seien daran zu erkennen, dass sie sich mit schwarzen Kapuzen-T-Shirt kleiden, dunkle Sonnenbrillen tragen und versuchen, sich mit Tüchern zu maskieren.

Was die Polizei am Freitag ab 14 Uhr vor der eigenen Haustüre erwartet, das weiß sie übrigens noch nicht. Denn bislang ist es zu einem Gespräch mit denjenigen, die diese Demo angemeldet haben, noch nicht gekommen.

(RP)
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