Handball: Die SG OSC Löwen Duisburg starten als "Wundertüte" der Liga

Handball : Die SG OSC Löwen Duisburg starten als "Wundertüte" der Liga

Nach der Gründung der Spielgemeinschaft starten die OSC Löwen morgen in ihre Premierensaison. Trainer Jörg Förderer sieht seine Mannschaft trotz der kurzen Planungszeit gut gerüstet.

Um auf die neue Spielzeit in der Dritten Handballliga West vorauszuschauen, benötigt es für Jörg Förderer, den Trainer der SG OSC Löwen Duisburg, auch einen Blick zurück. Zurück in den Januar diesen Jahres. Damals hatte Förderer gemeinsam mit Teammanager Mirko Bernau bereits einen mehr als nur schlagfertigen Kader für die Saison 2013/2014 zusammengestellt. Nahezu die komplette Mannschaft des OSC Rheinhausen, die in der Vorsaison für Furore sorgte, hatte ihren Verbleib zugesichert. Die Rückkehr von Tim Gentges galt als Königstransfer.

Doch dann kam alles anders. Der Name OSC Rheinhausen ist auf dem Spielplan der neuen Drittligasaison nicht mehr zu finden. Die SG OSC Löwen Duisburg (OSC Rheinhausen, Hamborn 07 und HC Wölfe Nordrhein) wurde mit dem Ziel gegründet, den Duisburger Handball finanziell auf sichere Beine zu stellen. Von den Altlasten des OSC Rheinhausen – am Saisonende verzichteten die Spieler auf Aufwandsentschädigungen – ist nichts mehr übrig geblieben. Unter der Regie von Geschäftsführer Klaus Schuppert wollen sich die OSC Löwen mit nochmals verringertem Etat langfristig in der Dritten Liga etablieren.

Doch die lange Ungewissheit, die mit der Gründung der SG einherging, führte auch dazu, dass Bernau und Förderer in ihren Kaderplanungen noch einmal bei Null beginnen mussten. Führungspersönlichkeiten wie Mirko Szymanowicz, Bastian Roschek, Maik Schneider und Damian Janus verkündeten ihren Abschied. Mit Matthias Reckzeh, Nils Artmann, Robin Flemmig, Stephan Liekenbrock und Marcel Wernicke blieben gerade einmal fünf Akteure.

"Rückblickend sehe ich das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits hatten wir zu Jahresbeginn bereits eine tolle Mannschaft zusammengestellt, an der wir jede Menge Spaß gehabt hätten. Auf der anderen Seite sind nun die langfristigen Bedingungen geschaffen worden. Ohnehin können wir das Rad nicht zurückdrehen", lässt Förderer die vergangenen Monate Revué passieren. "Ich schätze auch unseren jetzigen Kader als absolut konkurrenzfähig ein." Bernau und Förderer gelang es trotz des Zeitdrucks noch einmal eine schlagfertige Mannschaft aufzustellen. Vor allem von der Verpflichtung des neuen Spielmachers Felix Handschke (zuletzt in der Bundesliga beim TuSEM Essen) ist der Trainer begeistert: "Felix ist ein echter Glücksgriff. Er hat eine sehr starke Vorbereitung gespielt. Schon jetzt lenkt und leitet er die Mannschaft." Auch der erfahrene Christian Ginters (SV Neukirchen) soll im jungen Löwenrudel Verantwortung übernehmen. "Alle Neuzugänge haben in der Vorbereitung eine Entwicklung eingeschlagen, von der wir hoffen, dass sie sich im Saisonverlauf fortsetzt. Ich bin absolut zufrieden", so Förderer, der seiner Mannschaft einen "starken Charakter" attestiert.

Wie in der Vorsaison das obere Tabellendrittel zu erreichen, erscheint jedoch unrealistisch. "In der Liga gibt es fünf bis sechs Teams, die in der Spitze und auch quantitativ extrem stark besetzt sind. Bei uns fehlt es etwas in der Breite", blickt Bernau voraus. "Wir sind die Wundertüte der Liga. Wir werden für positive Überraschungen sorgen, aber auch Dämpfer verkraften müssen." Zu den Topteams zählt Bernau übrigens auch den Rivalen HSG Krefeld.

Mit dem Abstieg wollen Trainer und Teammanager dennoch nichts zu tun haben. "Wenn möglich, wollen wir auf einem einstelligen Rang landen", so Förderer. Für den Übungsleiter ist die Umstellung vom OSC auf die SG übrigens keine große: "Ich bin froh der letzte Trainer eines solchen Traditionsvereins und der erste der SG zu sein."

(RP)