Duisburg: Lärmschutz - wenn der RRX kommt

Duisburg: Lärmschutz - wenn der RRX kommt

Die Rahmer sind vom Bahnlärm genervt, und zwar seit Jahren. Die CDU hat inzwischen Unterschriften gesammelt. Die SPD dagegen will auf Information setzen und pflegt Kontakte zur Deutschen Bahn.

Seit Jahren klagen die Rahmer über den Lärm, den die Züge verursachen, die quasi mitten durch den zweigeteilten Stadtteil rauschen. S-Bahnen, Güterzüge, Hochgeschwindigkeitszüge, sie alle rattern über die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Düsseldorf, die einen schneller, die anderen langsamer. Immer wieder forderten Anwohner einen adäquaten Lärmschutz, doch bisher ist wenig passiert.

Nun haben vor den Kommunalwahlen im Mai auch die Lokalpolitiker das Thema Bahnlärm für sich entdeckt. In den vergangenen Wochen hat die CDU Großenbaum/Rahm nicht nur zu einer Bürgerinformation zu diesem Thema eingeladen (wir berichteten), an drei Tagen wurde auch eine Unterschriftenaktion gegen Bahnlärm durchgeführt.

Unterstützung bekam der Ortsverband dabei von den Christdemokraten aus dem Düsseldorfer Norden, denn auch dort sind die Anwohner — vor allem in Angermund — vom Bahnlärm betroffen. Nun meldet sich auch die SPD Großenbaum/Rahm zu diesem Thema zu Wort und liefert Fakten.

Norbert Broda, Vorsitzende des Ortsverbandes teilt in einem offenen Brief mit: "Die SPD hat deshalb zur Wahrnehmung der Anwohnerbelange in intensiven Gesprächen mit der zuständigen Stelle der DB Projektbau GmbH in Duisburg, zuletzt im Januar 2014, das Thema konkret erörtert."

Danach stelle sich die Situation wie folgt dar:

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Die Landesregierung habe die finanzielle Weichenstellung für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) — Verbesserung des Angebotes im Schienenpersonenverkehr — veranlasst. Die Planungen der Deutschen Bahn für den Planfeststellungsantrag beim Eisenbahn-Bundesamt seien fast abgeschlossen. Letzte Berechnungen für Schallschutz stünden aber noch aus. Nach den Sommerferien sollen dann die Bürger in öffentlichen Informationsveranstaltungen unterrichtet werden.

Im Zuge der Realisierung des RRX seien zwingend die Lärmschutzvorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes einzuhalten, erklärt Broda. Dies bedeute konkret für Großenbaum und Rahm, dass es keine zusätzlichen Belastungen geben wird; für die derzeit lärmgeplagten Anwohner werde durch die Errichtung von zusätzlichem Lärmschutz entlang der Strecke eine deutliche Verbesserung eintreten. Nach dem im Eisenbahngesetz geregelten förmlichen Verwaltungsverfahren der Planfeststellung würden alle rechtlich relevanten Aspekte überprüft und geregelt. Dabei würden auch die Bürger beteiligt, die gegebenenfalls Einwendungen erheben können.

Die SPD Großenbaum/Rahm will sich auch in Zukunft in das weitere Verfahren einbringen und die Interessen der Bürger vertreten. Für Fragen oder Anregungen will der Ortsverein zur Verfügung stehen.

Nach den derzeitigen Plänen für den RRX würden künftig insgesamt sechs neue Linien durch Rahm führen. Vier RRX-Linien sollen auf der Kernstrecke zwischen Dortmund Hbf und Köln Messe/Deutz (über Duisburg) in Zukunft einen Verkehr im 15-Minuten-Takt garantieren. Zusätzlich sollen noch zwei weitere Linien stündlich zwischen Oberhausen und Düsseldorf Hbf verkehren, auch diese führen über Duisburg.

(RP)
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