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Digitale Bürgerbeteiligung für das Güterbahnhofsgelände in Duisburg

Planung für das Güterbahnhofsgelände in Duisburg : Bürgerbeteiligung: „Was denkst du?“

Vorschläge für die Gestaltung des Güterbahnhofsgeländes werden jetzt gesammelt – aber nur digital. Größere Bürgerbeteiligungsveranstaltungen für die Planungen des Geländes, auf dem 2010 die Loveparade-Katastrophe passierte, sind zurzeit nicht möglich.

Immer, wenn in der Stadt große Vorhaben geplant werden, betonen Politik und Verwaltung, die Bürger „mitnehmen“ zu wollen. Dabei ist die Beteiligung der Öffentlichkeit ein Muss und deshalb gerade bei vielen Projekten gesetzlich vorgeschrieben. Bislang gab es dafür meist öffentliche Veranstaltungen, in denen Ideen und Pläne präsentiert und diskutiert wurden. Entsprechende Anregungen von Bürgern werden dann ins Protokoll aufgenommen, auch schriftliche Eingaben dazu sind möglich. Aber dieses Prozedere beschreibt den Zustand vor Corona. Größere Veranstaltungen sollen ja nun nach Möglichkeit gar nicht mehr stattfinden, gleichwohl sollen die Bürger aber angemessen beteiligt werden.

Ob das auch virtuell funktionieren kann, soll nun herausgefunden werden. Und das ausgerechnet bei den Planungen für das alte Güterbahnhofsgelände, für das bekanntlich schon so viele Anläufe von MultiCasa über ein Möbelhaus bis hin zum gescheiterten Designer Outlet Center (DOC) gemacht wurden.

Unter dem Motto „Was denkst DU?“ haben die Gebag und die Stadt Duisburg am Donnerstag die Website zur Online-Bürgerbeteiligung zur Entwicklung des Geländes Am Alten Güterbahnhof gestartet: Unter www.am-alten-gueterbahnhof.de seien alle Bürgerinnen und Bürger ab sofort dazu aufgerufen, ihre Ideen für die zukünftige Entwicklung des Geländes einzubringen, teilte die Stadt jetzt mit.

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Dabei werden konkrete Vorschläge für sieben unterschiedliche Teil-Aspekte abgefragt, die bei der Entwicklung des Geländes berücksichtigt werden sollen, beispielsweise die Anbindung an den Hauptbahnhof und die Innenstadt oder die Einbindung der Gedenkstätte zur Loveparade-Katastrophe.

„Die Zukunft ist nur einen Klick entfernt. Für alle Duisburgerinnen und Duisburger ist die Online-Beteiligung eine großartige Chance, die Stadtentwicklung durch ihre eigenen Ideen auf einem der prominentesten Baugrundstücke der Region mitzugestalten“, sagt Oberbürgermeister Sören Link.

Die Eingaben der Bürger werden dann den Teams aus Städtebau und Landschaftsplanung, die am städtebaulichen Wettbewerb teilnehmen, zur weiteren Bearbeitung vorgelegt. „So fließen die Ideen der Bürgerinnen und Bürger weiter in den Prozess ein. Natürlich müssen wir jede Idee individuell auf Machbarkeit und Realismus prüfen“, macht Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer deutlich. Schon beim Start der Abrissarbeiten der alten Hallen auf dem Güterbahnhofsgelände hatte Wortmeyer erklärt, diese Form der Bürgerbeteiligung sei deutschlandweit einmalig.

Die erste Phase der Bürgerbeteiligung läuft bis Ende Oktober 2020. Auch während der zweiten Stufe des Wettbewerbs, die im Dezember 2020 starten wird, können sich und Duisburger wieder online einbringen. Die Entscheidung zum Gewinner-Team des städtebaulichen Wettbewerbs soll im März 2021 durch eine Jury fallen.

(mtm)