Düsseldorf: Löricker Schützen bereiten sich auf ihr Jubiläumsfest vor

Brauchtum in Düsseldorf : Löricker Schützen feiern ihr Jubiläumsfest

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft blickt auf eine 150-jährige Historie zurück. Aus diesem Anlass ist eine Chronik erschienen.

Für die Löricker St. Sebastianus Schützenbruderschaft wird es ein ganz besonderes Schützenfest. In diesem Jahr können sie auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken, und das soll natürlich richtig gefeiert werden. Rund vier Jahre hat der eigens für das Jubiläumsjahr gegründete Festausschuss am Programm gefeilt. Die Besucher des Schützenfestes können sich auf viele Highlights freuen.

„Die ersten Jahre haben die Vertreter aller Kompanien erst mal an den Ideen gearbeitet. Letztes Jahr ging die Arbeit dann so richtig los“, erzählt Dirk Waltemode, Vorsitzender des Festkomitees. So wurden für das Showprogramm am Samstag das Andreas-Gabalier-Double Kevin sowie „The Drummerholics“ gebucht. Zum ersten Mal wird es auch ein musikalisch untermaltes Höhenfeuerwerk geben. Den Schützen ist es wichtig, sich bei ihrer Programmgestaltung treu zu bleiben. „Wir wollen uns nicht verstellen. Wir sind ein kleiner Verein mit einer kleinen Kirmes. So wie es ist, funktioniert es gut“, findet der Erste Brudermeister Thomas Hummelsbeck.

Die Ehrenmitglieder Wilhelm Bommes, Heinrich Hermes, Hubert Weskamp und Bernhard Humborg (um 1900). Foto: Schützen Lörick

Viel Arbeit steckt auch in der Jubiläumschronik der Löricker Schützen. „Das ist unsere erste große Chronik“, erzählt Hummelsbeck stolz. „Es war ganz schön mühsam, an das Material zu kommen und es zu ordnen.“ Hilfe fand Hummelsbeck dabei bei seiner Tochter Mona und bei Hans-Werner Tups, der zusammen mit seiner Mutter die alten, in Sütterlin verfassten Texte übersetzte. Die Chronik ist auf 500 Exem­plare limitiert und nicht zu erwerben. Wer aber Interesse an der Geschichte der Schützen hat, kann sich das Werk auf der Homepage der Löricker Schützen anschauen. Präsentiert wurde die Chronik erstmals auf der Jubiläumsausstellung im Haus Lörick. Dort durften die beeindruckten Gäste einige Dinge sehen, die normalerweise im Safe liegen, wie etwa die alte Königsplakette.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird die Hubert-Hermes-Straße wieder richtig festlich geschmückt. Diese ist für die Schützen von großer Bedeutung. Hubert Hermes war früher der Chef der Bruderschaft und hat viel bewirkt. Bis in die 80er Jahre fand dort, damals hieß sie noch Gärtnerstraße, die Parade statt. Und auch heute noch ziehen die Schützen während des Festes täglich über die Straße ins Dorf. Fehlende Befestigungsmöglichkeiten verhinderten bisher ein großes Schmücken. Das hat sich dieses Jahr mit finanzieller Hilfe der Anwohner Alt-Löricks geändert. Bei einer Sammlung gab es kaum einen, der keine kleine Spende für den Bau von Befestigungsmöglichkeiten geben wollte. „Die sind uns regelrecht hinterhergelaufen, wenn wir sie nicht angetroffen haben. Das war überwältigend. Da habe ich in dieser Form nicht mit gerechnet“, sagt Hummelsbeck erfreut. „Man merkt schon, dass hier eine ganz besondere Atmosphäre herrscht.“

Die Strohpuppen der Löricker Schützen vor der Kirche gingen in Flammen auf. Foto: Marc Ingel

Die Solidarität der Löricker zeigt sich auch in einer anderen Angelegenheit. Um auf das Fest aufmerksam zu machen, stellten die Schützen Ende Juni zwei 4,5 Meter große Strohpuppen-Paare vor dem Ehrenmal und der katholischen Kirche auf. Beide brannten innerhalb von zwei Wochen ab. In den Puppen steckte sehr viel Arbeit, erzählt Paul Adams vom Puppenteam enttäuscht. Die Rundballen nach dem trockenen Sommer von 2018 zu bekommen, war schwer. Johannes Nakaten hat 100 Stunden alleine in die Vorbereitung der Materialien gesteckt. Trotz Hilfe von Schützenbrüdern hat der Aufbau jedes Paares vier Stunden gedauert. „Wir haben gedacht, dass das schneller geht, aber wir konnten ja vorher nicht proben“, so Adams. „Die Brände sind ein Schlag für das Puppenteam, aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Im Gegenteil, da stehen wir erst recht zusammen“, so Hummelsbeck. Und das gilt auch für die restlichen Löricker. „Wir hatten einen grandiosen Zuspruch von den Menschen“, berichtet der Erste Brudermeister. Viele drückten ihr Bedauern aus. Einige kamen spontan vorbei, um beim Aufräumen zu helfen. Andere gaben einen kleinen Obolus für eine neue Aktion der Schützen, die auch schnell folgte. „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass uns so ein Rückschlag nicht niederschlägt. Wir haben Jubiläumsjahr, und das wollen wir auch zeigen“, so Adams. Neue Puppen gab es nicht. Dafür werben jetzt nicht-brennbare Bildtafeln von den Puppen, für die die Volksbank 50 Prozent der Kosten übernahm, für das Schützenfest.

Als Hummelsbeck 2004 den Chefposten bei den Schützen übernahm, hatte er den Wunsch, das Jubiläumsjahr mit 200 aktiven Mitgliedern zu feiern. Dafür fehlen nur noch vier Mitglieder. „Wenn es nicht klappt, ist es auch gut. Wir sind alle sehr stolz auf uns. Wir haben seit 2004 einen Zuwachs von 25 Prozent. So was fällt nicht vom Himmel. Die meisten Vereine schrumpfen, wir wachsen“, so der Schützen-Chef. „Und die 200 sind ja nicht unmöglich, das könnte noch funktionieren.“

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