In Düsseldorf Lörick soll eine Brache zum Naturerlebnisraum entstehen.

Naturerlebnisraum in Düsseldorf Lörick : Brachgelände wird Naturspielplatz

Kinder sollen bald ein Brachgelände in Lörick als natürlichen Spielraum nutzen können. Vorher werden aber noch Wege angelegt und Gebüsche zurückgeschnitten.

Bereits vor zwei Jahren haben der BUND für Umwelt und Naturschutz und das städtische Gartenamt Pläne vorgestellt, eine Brachfläche an der Oberlöricker Straße in einen Naturerfahrungsraum umzuwandeln. Dort sollen Kinder und Jugendliche unter ehrenamtlicher Anleitung spielerisch an das Thema Natur in der Stadt herangeführt werden. Mit Mitgliedern der linksrheinischen Bezirksvertretung und Mitarbeitern des Gartenamtes fand damals auch eine Begehung des Geländes statt. Nun wurde das ausgearbeitete Konzept der Bezirksvertretung vorgelegt. Das Gremium zeigt sich davon angetan, allerdings fehlen für die Umsetzung noch Gelder.

Der künftige Naturerfahrungsraum liegt südlich der Oberlöricker Straße und wird durch Sportplätze, den Grevenbroicher Weg und einen Fußweg zum Rhein begrenzt. Dort befand sich früher eine Tongrube, aus der eine benachbarte Ziegelei mit Ringofen Material für ihre Ziegel-Produktion erhielt. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das vier Hektar große Areal in eine wild bewachsene öffentliche Grünfläche mit Trampelpfaden entwickelt und es hat sich dort eine sogenannte Magergrünlandbrache gebildet. Kennzeichen einer solchen Brache sind offene Wiesen- oder Sandflächen. „Das ist ein sehr wertvoller Standort, denn solche Brachen findet man sonst kaum im Stadtraum. Dort können viele blühende Pflanzen wachsen, die zum Beispiel Schmetterlinge anlocken“, sagt Elisabeth Albertshofer vom Gartenamt.

Allerdings wuchern immer mehr Pflanzen wie Brombeeren und der japanische Knöterich die ökologisch wertvollen Flächen zu. Deshalb müssen zunächst einige großflächige Gebüsche zurückgeschnitten und Bäume gerodet werden. „Einzelne Sträucher und Strauchgruppen sollen zur abwechslungsreichen Gliederung des Geländes und zum Erhalt ausreichender Nistmöglichkeiten erhalten bleiben“, sagt das Gartenamt. Außerdem sollen einige Obstbäume angepflanzt werden. Der vorhandene Knöterich soll in festgelegten Bereichen erhalten bleiben und als natürlicher Spielraum für Kinder dienen, die sich dort zum Beispiel Gänge bauen und Verstecken spielen können. „Wir würden gerne beispielsweise über Schulen oder Pfadfindergruppen mit den Kindern leichte Arbeiten wie den Rückschnitt von Büschen ausführen und sie so auch noch auf eine andere Weise an das Thema Natur heranführen“, sagt Albertshofer.

Ein Weg soll barrierefrei das Durchqueren des Geländes in Ost-West-Richtung ermöglichen. Zur Erinnerung an den früheren Tonabbau soll dieser einen Klinkerbelag erhalten. Ein Schotterweg wird das Gelände in Nord-Süd-Richtung erschließen. Im Herbst sollen die Arbeiten für den Naturerfahrungsraum mit dem Rückschnitt der stark wuchernden Gebüsche begonnen werden. Die dafür benötigten Gelder in Höhe von 28.000 Euro stehen dem Gartenamt dank einer Ausgleichszahlung eines Investors zur Verfügung. Die Planungskosten von 10.000 Euro werden über den Etat des Gartenamtes finanziert. Für den Bau der Erschließungswege und die Weiterentwicklung des Geländes werden insgesamt 167.000 Euro benötigt, die noch nicht bereitstehen. Das Gartenamt beabsichtigt deshalb, sich für ein Förderprogramm des Bundesumweltministeriums zu bewerben. Das ist aber erst 2020 möglich, wenn die entsprechenden Förderrichtlinien festgelegt werden.

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