Düsseldorf-Lörick: Philippuskirche wird aufgegeben - am 29.9. letzter Gottesdienst

Düsseldorf-Lörick : Philippuskirche wird geschlossen

Vor 55 Jahren wurde die evangelische Kirche in Düsseldorf-Lörick geweiht. Am 29. September wird der letzte Gottesdienst gefeiert.

Es war ein langer schmerzhafter Prozess. Jetzt steht fest, dass die 55 Jahre alte evangelische Philippuskirche an der Hansaallee aufgegeben wird. Am Sonntag, 29. September, ist bereits der Entwidmungsgottesdienst, danach fällt die Kirchentür  endgültig ins Schloss.

Gibt es ab diesem Zeitpunkt auch keine Gottesdienste und Andachten mehr in der Löricker Kirche, so ist das umfangreiche Gemeindeleben, wie Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendarbeit, noch längst nicht erloschen, steht das Zentrum mit seinem großen Saal den ehrenamtlich geführten Gruppen (Musik-Café, Tanzkreis, Philippus rockt,  Philippusclub, Gymnastik) zur Verfügung.

Auch ein Sommerfest wird es wie gewohnt am 2. Juni geben. „Solange nicht klar ist, wie das 7500 Quadratmeter große Kirchengrundstück genutzt wird, können die Angebote auf jeden Fall bestehen bleiben“, betont Pfarrer Michael Rischer. „An einen Verkauf des Grundstücks denken wir nicht.“

Gemeinsam mit den Presbytern Heike Ambaum, Leiterin des Arbeitskreises „Entwidmung“, und Gordon Spitzer, Leiter der Projektgruppe Philippus, klärt Pfarrer Rischer über die Lage der Evangelischen Kirchengemeinde in Lörick, Ober- und Niederkassel auf. „Die Zahl der Gemeindeglieder ist gesunken, es gibt nur noch 6000, die schließlich die Konzentration auf die Auferstehungskirche verursacht haben.“ In Lörick seien es noch 1400. „Die Menschen sind also noch da“, so der Pfarrer.“ Schon jetzt fahren manche älteren Gemeindeglieder nicht nach Oberkassel.

Mehr als 20 Jahre gab es Überlegungen, „wie wir zwei Gotteshäuser, Philippus- und Auferstehungskirche, halten und gleichzeitig Wohnraum schaffen können“ Leider haben alle Vorschläge für Fusionen mit anderen evangelischen Gemeinden nicht realisiert werden können.

Presbyterin Heike Ambaum, Pfarrer Michael Rischer und Presbyter Gordon Spitzer im Pfarrgarten. Im Hintergrund die Philippuskirche. Foto: Heide-Ines Willner

„Um Kosten zu senken hat die Synode (Trägerin kirchlicher Selbstverwaltung) beschlossen, dass es künftig pro Gemeinde nur eine Kirche und zwei Pfarrerstellen geben soll.“ Das bedeute, die denkmalgeschützte Auferstehungskirche bleibe, auf Philippus müsse verzichtet werden.

Für Pfarrer Rischer ein tiefer Einschnitt, „ich bin dort getraut worden“, denn künftig wird er neben Pfarrerin Stefanie Bühne seinen beruflichen Mittelpunkt an der Auferstehungskirche haben. „Als Nachfolger von Pfarrer Michael Debrand-Passard, der am 7. Juli in den Ruhestand verabschiedet wird. „Pfarrerin Bühne und ich übernehmen jeweils einen Teil der Aufgaben von Pfarrer Debrand-Passard. Einiges müssen wir auch aufgeben.“

Trotzdem ist noch nicht alles besiegelt. Die Frage, wie das Grundstück zwischen Niederkasseler Lohweg, Hansaallee und Grevenbroicher Weg künftig genutzt, ob und was abgerissen wird, ist noch offen. „Erste Gespräche mit der Stadt über Neubau und Nutzung wurden geführt“, sagt Spitzer. „In Planung sind derzeit eine vierzügige Kita, sozialverträglicher Wohnungsbau sowie Räumlichkeiten für gemeindliches Leben.“  Es müsse sich rechnen und zu Lörick passen“, versichert er.

Doch werden die Gemeindeglieder schon Zug um Zug an Oberkassel herangeführt. „Es gibt einen Taxendienst zu den Gottesdiensten in der Auferstehungskirche“, so Pfarrer Rischer, der bedauert, dass vor allem ältere Leute unter der Umstrukturierung der Gemeinde leiden werden.

Kritik oder Proteste seitens der Löricker evangelischen Christen über den Verlust ihrer Kirche gibt es bisher nicht. „Wir haben von Anfang an das Thema transparent gehalten und nichts verschwiegen“, erklärt Heike Ambaum und Spitzer ergänzt. „Wir denken auch über einen Workshop nach, um gemeinsam mit der Gemeinde in die Zukunft zu planen.“

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