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Düsseldorf-Holthausen: Lob für die Arbeit des Zentrum plus

Die Einrichtung wendet sich an Menschen, die ihr Arbeitsleben beendet haben : Lob für die Arbeit des Zentrum plus

In der Holthausener Einrichtung des ASB wird der Kontakt im Lockdown zu den früheren Besuchern auch per Brief gehalten. Aber auch für die Zeit nach der coronabedingten Schließung für die Öffentlichkeit plant das Team schon wieder jede Menge neuer Veranstaltungen.

Immer wieder erwischt sich Uschi Lauterjung dabei, wie sie bei ihrem Dienstbeginn im Zentrum plus des Arbeiter-Samarither-Bundes (ASB) den Damen und Herren zur Begrüßung zunickt, die an den Tischen der Einrichtung sitzen. Als Abstandshalter waren sie für die Zeit gedacht, in der zwischen dem ersten und zweiten Lockdown wieder ein persönlicher Austausch mit den Besuchern möglich war – unter Einhaltung der Corona-Auflagen.

Die liebevoll gestalteten Pappkameraden zeigen nach wie vor an, wie man den geforderten Abstand von 1,50 Meter zum Nebenmann einhalten kann. Doch im Moment nimmt wegen der corona-bedingten Schließung für die Öffentlichkeit niemand neben ihnen Platz.

Inzwischen, sagt Lauterjung und lacht, seien die Figuren schon ein wenig abgegriffen. Niemand habe ja gedacht, dass sie so lange dort sitzen müssen. Im zweiten Lockdown, der seit Anfang November 2020 gilt, führten die Gäste aus Pappe immerhin für die vier hauptamtlichen Mitarbeiter dazu, dass sie sich nicht ganz alleine vorkamen in der Begegnungsstätte, in der zu normalen Zeiten ein fröhliches Treiben herrscht.

Nina Becker und Uschi Lauterjung wechseln sich persönlich vor Ort ab; die andere ist jeweils im Homeoffice. Zudem zählen die beiden noch auf einen Kollegen, der gerade seinen Bundesfreiwilligendienst ableistet, und eine Mitarbeiterin, die normalerweise den hauswirtschaftlichen Bereich abdeckt, sich jetzt aber auch um vieles andere kümmert. Kommuniziert im Team wird per Online-Konferenz.

Und dann gibt es ja noch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die dafür sorgen, dass das Zentrum plus so viele Angebote im Programm hat. Auch in Corona-Zeiten – jetzt halt mit Online-Formaten in den Bereichen, in denen es funktioniert. Vor kurzem wurde ein Online-Kurs mit dem Titel „Präventionshinweise zum sicheren Umgang im Internet“ angeboten. Wer interessiert war, bekam einen Zugangscode zugeschickt. „Wir hatten Teilnehmer aus der ganzen Stadt“, sagt Nina Becker. So bietet die Schließung der Einrichtung auf der anderen Seite auch Chancen, diese über den Stadtteil hinaus bekannt zu machen. Doch, das betont Becker, auch wenn vieles online gehe, könne das niemals den persönlichen Kontakt ersetzen. In Holthausen befindet sich das einzige Zentrum plus des ASB in Düsseldorf, es richtet sich an Menschen, die ihr Arbeitsleben hinter sich gelassen haben. Das klingt offener als Senioren-Begegnungsstätte.

Weil Becker und Lauterjung wissen, dass gerade bei den Älteren noch längst nicht alle mit dem Internet umgehen können, haben sie Formen der Kommunikation entwickelt, mit der sich auch diese Menschen nicht alleine gelassen fühlen. „Gerade am Anfang der Pandemie im vergangenen Frühjahr haben wir wöchentliche Rundschreiben, etwa auch mit Denksportaufgaben verschickt, online und auch per Brief“, berichtet Nina Becker. Auch in den sozialen Medien ist das Zentrum plus inzwischen aktiv und postet etwa Neuigkeiten zum Katzenprojekt. Wer wollte, konnte eine von einer Künstlerin gestaltete Gips-Katze erstehen und diese nach Gusto bemalen. Den dazu passenden Catwalk der fertigen Kunstwerke wird es ab dem 8. März in der Filiale der Deutschen Bank an der Kölner Landstraße zu sehen geben.

Oder es wurden kleine Leinwände verteilt, auf denen die Daheimgebliebenen zeigen konnten, mit welchem Hobby sie sich gerade beschäftigen. Dabei kamen so viele kreative Zeugnisse zurück, dass daraus eine Ausstellung wurde, die mit einer kleinen Präsenz-Veranstaltung in der zwischenzeitlichen Öffnungsphase, die von Juli bis Anfang November ging, eröffnet werden konnte. Dieses Engagement fand eine Nutzerin des Zentrum plus’ so toll, dass sie sich per E-Mail an unsere Redaktion wandte und von Heldinnen des Corona-Alltags schrieb.

Auch wenn sich Nina Becker und Uschi Lauterjung darüber freuen, beziehen sie das ganze Team mit ein, samt Ehrenamtler. Und natürlich hat das Zentrum plus in Corona-Zeiten noch eine andere Funktion. Auch in Holthausen wurde im vergangenen Jahr ein Einkaufsservice eingerichtet. Denn immerhin ist die Zielgruppe ja genau die, die vor dem Virus besonders geschützt werden soll. Becker und Lauterjung geben darüberhinaus Hilfestellung und erklären etwa, wie ein Taxischein für eine Fahrt zum Impfzentrum bei der Stadt zu beantragen ist.

Natürlich wendet sich der Blick der beiden auch nach vorne, wenn wieder Treffen möglich sind. Ideen haben sie viele, die man auch unter Corona-Bedingungen durchführen könnte: Sportangebote und ein gemeinsames Singen im Elbroichpark, und auch die Stadtteilspaziergänge sollen dann in kleiner Teilnehmerzahl wieder auf Tour gehen.