Düsseldorfer Foto-Künstler Vater und Sohn van Treeck präsentieren ein breites fotografisches Spektrum

Düsseldorf · Taddäus Maria van Treeck und sein Vater Ansgar Maria zeigen ihre höchst unterschiedlichen Werke in der Galerie „Töchter & Söhne“. Ein Familienprojekt ist die Ausstellung aber nicht.

  Taddäus Maria (l.) und Vater Ansgar Maria van Treeck

Taddäus Maria (l.) und Vater Ansgar Maria van Treeck

Foto: Anne Orthen (orth)

Bereits im Namen der Galerie Töchter & Söhne im Reisholzer Hafen spielen Familienbande eine Rolle. In ihrer 33. Ausstellung, die am Karfreitag eröffnet wurde, präsentieren Vater Ansgar Maria van Treeck und Sohn Taddäus Maria gemeinsam ihre Fotoarbeiten.

Inhaltlich ist die Ausstellung allerdings kein Familienprojekt. Weder zeigt Ansgar Maria van Treeck, studierter Innenarchitekt und seit 40 Jahren als Fotograf mit eigenem Atelier erfolgreich, seinem Filius, wo es fotografisch lang geht, noch segelt Taddäus im künstlerischen Kielwasser seines Vaters. Ihre ganz unterschiedlichen Bilder resultieren aus verschiedenen Vorgehens- und Sehweisen und reflektieren jeweils für sich eine intensive Spannung.

„Ich bin in einem künstlerischen Umfeld groß geworden; dennoch habe ich lange gebraucht, bis ich mich durchringen konnte, in die großen Fußstapfen meines Vaters zu treten“, sagte Taddäus Maria van Treeck, der erst 2021, nach Abschluss seines Studiums „Information and Communication Design“, erstmals ausstellte. Vater Ansgar Maria, der mit Künstlern wie Charles Wilp, HA Schult, Birgit Ramsauer sowie Johannes Lenhart zusammengearbeitet hat, konnte da bereits auf zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen, unter anderem in New York und Moskau, verweisen.

In der Ausstellung zeigt er Fotografien, die er als Screenografien bezeichnet, die malerisch abstrakten Farbkompositionen ähneln. „Die Bilder habe ich von einem Monitor abfotografiert, wobei die Grafikkarte und der PC-Prozessor mit dem genutzten HD-Video-Material jenseits ihrer Leistungsfähigkeit angelangt waren und nur noch verpixelte Farbflächen lieferten“, erklärte Ansgar Maria van Treeck. Dann galt es, den richtigen Moment nach kompositorischen Aspekten zu erwischen. Digitale Technik liefert zwar die Voraussetzungen für das Werk, letztlich ist es aber immer der Künstler, der durch seine Entscheidung für die Auslösung der Kamera die künstlerische Hoheit über das Entstehen des Kunstwerks behält.

Einen Bogen zwischen Zitaten der Baukunst und erotischen Frauenbildern spannt van Treeck senior mit seiner „Time Changes“-Serie. Die Bilder setzen ikonische Bilder von Marcel Duchamp, Oskar Schlemmer oder Man Ray in einen neuen Kontext. Ein Kontext, der vor 40 Jahren niemanden sonderlich aufregt hätte, was man in heutigen Zeiten misstrauisch beäugter Freizügigkeit nicht behaupten kann.

Ganz einfach klingt dagegen das künstlerische Credo von Taddäus Maria van Treeck. „Ich möchte einfach einen schönen Bildausschnitt, der sich mir in meinen Alltagsbeobachtungen darstellt, festhalten“, erläutert der Sohn. Das verlangt ein Sehen, das nicht nur einen ausgeprägten Sinn für Details beinhaltet, sondern auch ein bestens entwickeltes Gefühl für Formen, Farben, Flächen, Licht, Überlagerungen, Wiederholungen und Bildaufteilungen.

Immer wieder gelingt es Taddäus Maria van Treeck, aus dem scheinbar Profanen eine bezaubernde Ästhetik hervorzukehren. Mit einer orange und grün gestaltete Bushaltestelle in Kolumbien, die als solche nicht erkennbar ist, wird der Betrachter zunächst irritiert, denn erst auf den zweiten Blick erkennt er durch eine Beschädigung, dass Wiese und Blumen im Hintergrund die gleiche Farbkombination aufweisen.

Es sind aber nicht nur Bilder aus dem urbanen Bereich, die zu unterschiedlichsten Assoziationen animieren. Bei anderen Bildern aus der Natur erinnert die Spiegelung eines Bachs an eine Skulptur von Tony Cragg, andere lassen die Romantik eines Caspar David Friedrich oder den Impressionismus eines Claude Monet vor dem inneren Auge lebendig werden.

Die rundum eindrucksvolle Ausstellung ist bis zum 25. Mai mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Weitere Termine sind auf Anfrage unter 0173 5230540 möglich.

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