Düsseldorf-Bilk: Radweg auf Volmerswerther Straße verschwindet

Verkehr in Düsseldorf : Wenn der Radweg plötzlich verschwindet

Zwar dürfen Fahrradfahrer den Gehweg von der Aachener Straße kommend in beide Richtungen nutzen. Weil auf der Straße aber 30 gilt, will die Stadt die Markierung nicht erneuern.

Überall in Düsseldorf werden Radwege angelegt. Komplette Fahrspuren werden dafür weggenommen, wie zum Beispiel auf der Friedrichstraße. Parkplätze weichen Fahrrad-Stellplätzen, Leihräder sind in der ganzen Stadt verteilt. Alles für die Verkehrswende. „Und uns ignoriert man“, sagt Peter Drolshagen, der seit 30 Jahren an der Volmerswerther Straße wohnt und schon mehrfach versucht hat, Kontakt zum Oberbürgermeister aufzunehmen, weil der Radweg vor seiner Tür nach und nach verschwindet.

Auf der Seite mit den geraden Hausnummern, von der Aachener Straße kommend, ist der Bürgersteig eigentlich für Radfahrer in beide Fahrtrichtungen freigegeben – so zumindest weist es ein Schild aus, das am Fahrbahnrand steht. Doch die Markierungen auf dem Boden sind schon so verblasst, dass an manchen Stellen gar nicht mehr zu erkennen ist, dass Fahrradfahrer den Gehweg nutzen dürfen.

„Was zur Folge hat, dass sie auf der Straße fahren“, sagt Drolshagen, der das trotz der vorgeschriebenen 30 auf der Volmerswerther Straße für zu gefährlich hält. „Hier hält sich niemand an das Limit, hier fahren sogar Traktoren und Lkw zu schnell“, sagt der Bilker. Schon mehrfach hat er gefährliche Manöver beobachtet. In einem Telefonat mit der Stadt soll ihm ein Mitarbeiter gesagt haben, „dass uns kein Radweg zusteht, da hier Tempo-30-Zone ist“. Das kann Peter Drolshagen nicht verstehen, viele Familien mit Kindern würden in der Gegend wohnen. „Manchmal ist die Straße hier so voll, dass man sie kaum überqueren kann.“

Die Stadt argumentiert, dass der Radverkehr auf der Volmerswerther Straße wegen der vorgeschriebenen 30 grundsätzlich auf der Fahrbahn geführt werde. „Da in einem Teilbereich Radwege im Seitenraum mittels Pflasterung baulich angelegt sind, sind diese als sogenannte andere Radwege für den Radverkehr nutzbar. Im weiterführenden Teil ohne bauliche Radverkehrsanlage erlaubt die Beschilderung ’Gehweg/Radfahrer frei’ die rücksichtsvolle Nutzung des Seitenraumes für unsichere Radfahrer“, sagt ein Sprecher der Stadt. Eine Markierung sei nicht erforderlich und werde deshalb nicht erneuert. Der Hinweis auf überhöhte Geschwindigkeit soll aber an das Ordnungsamt und die Polizei weitergeleitet werden, so der Sprecher.

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