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Galopprennen in Grafenberg: Der dreijährige Hengst Adrian siegt mit Andrasch Starke im Sattel.

Galopp : Favorit im Derby-Trial weit vorne

Der von Championtrainer Henk Grewe in Köln für das Gestüt Auenquelle trainierte dreijährige Hengst Adrian triumphierte mit Andrasch Starke im Sattel im RaceBets.de – Derby-Trial über 2200 Meter auf der Grafenberger Galopprennbahn.

„Junge Trainer müssen unterstützt werden“, dachte sich Peter-Michael Endres, Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins und Besitzer von Rennpferden, vor rund eineinhalb Jahren im Vorfeld einer Versteigerung von einjährigen Pferden in Baden-Baden. Er beauftragte den Kölner Trainer Henk Grewe zum Kauf eines Hengstes. Der wurde bei einem Pferd namens Adrian fündig. Immerhin 52.000 Euro musste Endres zu seinem Erwerb auf den Tisch legen. Im Nachhinein war dies trotz des respektablen Preises ein guter Kauf. Am Samstag gewann Adrian, inzwischen drei Jahre alt, mit Andrasch Starke im Sattel auf der Grafenberger Rennbahn das Derby-Trial.

Eine Vorprüfung auf das Deutsche Derby am 12. Juli in Hamburg. Für diesen Klassiker, mit 650.000 Euro eines der höchstdotierten Pferderennen in Europa, gilt der Hengst jetzt als Mitfavorit. Es gibt nur ein Problem: Ein Schimmel hat in der 150jährigen Geschichte des Klassikers noch nie gewonnen. „Irgendwann muss diese Serie mal zu Ende gehen“, meinte Endres am Samstag. Es war der Stil des Sieges, der Eindruck machte, auch wenn es nur vier Gegner zu schlagen gab. „Ein richtig gutes Pferd“, meinte Grewe, 37, inzwischen die erste Adresse im deutschen Galopprennsport. Vergangenes Jahr war er zum ersten Mal Deutscher Meister seiner Berufssparte, das könnte ihm wieder gelingen. Seitdem sich der ehemalige Assistent des Düsseldorfer Trainers Sascha Smrczek vor einigen Jahren in Köln einen eigenen Stall aufgebaut hat, ist es steil nach oben gegangen. Aktuell hat er sogar ein Luxusproblem, denn „ich werde wohl fünf oder sechs Pferde im Derby laufen lassen“, sagt er.

Adrian ist dabei nicht einmal die Nummer eins, diese Rolle gebührt einem Hengst namens Wonderful Moon, der am kommenden Sonntag in Köln für Hamburg probt. Ihn wird Starke möglicherweise auch im Derby reiten, ein Rennen, das er schon siebenmal gewonnen hat. Es gilt dann für Adrian, einen neuen Jockey zu finden, eine entsprechende Spitzenkraft, möglicherweise aus dem Ausland.

Derweil hat auch schon des Öfteren das Telefon bei Endres geklingelt, denn die Leistungssteigerung des Schimmels ist Investoren aus aller Welt nicht entgangen. „Ich habe aber einen so hohen Preis aufgerufen, dass die Leute erst einmal zurückgeschreckt sind“, sagt Adrians Eigner. So wird ihn Grewe wohl in aller Ruhe auf Hamburg vorbereiten können, ein weiterer Start vorher ist nicht geplant. Ansonsten promenierte Endres als Hüter des Geisterrenntages eher zurückhaltend über die Rennbahn. „Man darf sich gar vorstellen, dass ansonsten hier mehrere tausend Zuschauer vor Ort wären“, sagte er. Diese Situation wird sich so schnell nicht ändern.

Am übernächsten Sonntag wäre eigentlich der fast schon traditionelle Königsallee-Renntag mit entsprechendem Glanz und Glamour durchgeführt worden – jetzt wird es eine schmucklose Veranstaltung vor leeren Rängen.