1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Galopprennen: Rennstall Blume träumt vom Deutschen Derby

Galopp : Rennstall Blume träumt vom Deutschen Derby

Palm Springs gewinnt in Hannover beeindruckend das Geisterrennen. Aufgrund der Corona-Pandemie veranstaltet der Krefelder Rennclub in diesem Sommer aber auch keine Rennen ohne Zuschauer.

Im Krefelder Rennstall von Hans Albert Blume wird in diesen Tagen vom Deutschen Derby geträumt. Blumes dreijähriger Hengst Palm Springs gewann nämlich in Hannover ein Rennen über 2.000 Meter gegen hoch eingeschätzte Pferde aus führenden deutschen Rennställen.

Palm Springs ist im Besitz des Stalles Moriki’s Friends, einer dreiköpfigen Besitzergemeinschaft um den Verlobten von Alida Blume, Robert Hickmann. Der nächste Start für Palm Springs soll nun in einem Grupperennen in Baden-Baden erfolgen. Läuft er dort ebenfalls erfolgreich, dann steht einem Start im Derby nichts mehr im Weg.

In Köln gewann Erika Mäders Schützling Power Bullit aus dem Besitz der Krefelderin Nina Sanders.

Abseits der Rennen haben die drei Rennpferdebesitzer Guido Schmitt (Düsseldorf), Lars-Wilhelm Baumgarten (Bad Harzburg) und Christian Sundermann (München) innerhalb von nur drei Wochen eine revolutionäre Idee in die Tat umgesetzt. Sie riefen die Fans auf, verstärkt auf deutsche Galopprennen zu wetten, um es den Rennvereinen zu ermöglichen, auch ohne die Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Sponsoring und Catering Rennen abzuhalten. Die Aktion wurde zu einem überragenden Erfolg, da sich die Wettumsätze quasi verdoppelt haben. Selbst aus Amerika, Frankreich und England wurde viel Geld auf die deutschen Galopprennen gewettet.

Hintergrund der Initiative sind die katastrophalen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Galoppsport. Alle Veranstaltungen wurden ab Mitte März storniert und erst am Donnerstag ging es mit dem Renntag in Hannover wieder los. Am Freitag folgte Köln, am Samstag Mülheim an der Ruhr und am Sonntag Berlin-Hoppegarten.

Damit ist der Galopprennsport der erste Sportverband, der seit Beginn der Corona-Krise wieder aktiv geworden ist. Auf der Rennbahn befinden sich nur die unmittelbar am Rennen beteiligten Personen (Trainer, Jockeys, Pferdepfleger, Renngericht, Tierarzt, ärztlicher Dienst, Sicherheitsdienst). Wetten können übers Internet getätigt werden.

Aus den angepeilten 100 Großinvestoren und Wettgemeinschaften, die Schmitt, Sundermann und Baumgarten aktivieren wollten, wurden am Ende sogar 118, die in rund 200 Rennen jeweils einen Einsatz von 50 Euro platzieren werden. Darunter sind so illustre Namen wie Franz Prinz von Auersperg (seine Pferde werden von Mario Hofer im Stadtwald trainiert), Dietrich von Boetticher (Besitzer von Arc-Sieger Waldgeist), Baron Georg von Ullmann (Gestüt Schlenderhan), Albert Woeste (Henkel) und Galopp-Präsident Michael Vesper (früher DOSB).

„Aber jede Wette ist wichtig, nicht nur die Großwetten“, appelliert Guido Schmitt an alle Rennsportbegeisterte. Der Düsseldorfer Investment-Kaufmann lässt seit vielen Jahren einige seiner Pferde von Mario Hofer trainieren. „Die Krefelder Rennbahn ist für mich eine der schönsten Anlagen in Deutschland. Da kann maximal noch die herrliche Bahn in Berlin-Hoppegarten mithalten“, ist er voll des Lobs. „Umso bedauerlicher ist, dass es in diesem Jahr hier keine Galopprennen geben wird.“