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83 Prozent der Tennis-Teams wollen spielen

Tennis : 83 Prozent der Tennis-Teams wollen spielen

In der kommenden Woche startet in Düsseldorf die Medenspiel-Saison – auf freiwilliger Basis. Die meisten Mannschaften sind dabei. Aber dennoch sind einige Mannschaften nicht spielbereit. Besonders gebeutelt hat es die Regionalliga West der Herren. Fünf von acht Teams haben zurückgezogen.

Dietloff von Arnim freut sich auf den 14. Juni. Dann steht der 61-Jährige mit dem Ü60-Team des Rochusclubs auf der heimischen Anlage im Regionalliga-Duell mit dem Dürener TV auf dem Platz. Für den Vorsitzenden des Tennis-Verbands Niederrhein (TVN) und des Tennis-Bezirks Düsseldorf war klar, dass es auch unter Corona-Bedingungen eine Medenspielsaison 2020 geben soll. „Wir halten uns in den Meisterschaftsspielen komplett an die aktuellen Corona-Schutz-Bestimmungen und verzichten beispielsweise auf den üblichen Handschlag zwischen den Gegnern“, so von Arnim. Die Tennis-Bundesligen sind zwar abgesagt, aber dennoch wird es eine mehr oder weniger komplette Saison im Bereich des TVN unterhalb der beiden obersten Spielklassen geben. „In der aktuellen Corona-Schutzverordnung ist Tennis spielen erlaubt“, sagt  der Vorsitzende Dietloff von Arnim. „Das haben wir zum Anlass genommen, bei unseren Mitgliedsvereinen eine Umfrage gestartet und die Bereitschaft abgefragt, ob eine Meisterschaftssaison gespielt werden soll.“ Diese Basisdemokratische Abstimmung ergab, dass sich lediglich 24,78 Prozent der Medenspieler gegen eine Freiluftsaison 2020 aussprachen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass drei Viertel aller TVN-Teams spielen wollen.

Im Tennis Bezirk Düsseldorf ist die Stimmungslage noch eindeutiger: Nur 17 Prozent aller Teams (Erwachsene 20 Prozent, Jugend 12,5 Prozent). „Es lässt sich eine Tendenz erkennen, so haben mehr ältere Teams als jüngere abgesagt, und mehr Frauen als ­Männermannschaften“, so von Arnim. „Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Leidenschaft­­ für Tennis auch in Coronazeiten­ ungebrochen ist.“

Um auf Nummer sicher zu gehen, hat der TVN auch ein eigenes „Hygiene-und Infektionsschutzkonzept für Tennis-Wettspiele in Nordrhein Westfalen“ entwickelt. Darin ist festgelegt, dass jeder Verein dem Landesverband einen Corona-Schutzbeauftragten benennen muss, der für die Umsetzung und Durchsetzung des Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes verantwortlich zeichnet. Außerdem werden alle, die sich auf der Tennisanlage aufhalten, in einer Liste erfasst, um, sollte es zu einem positiven Corona-Test kommen, die Infektionsketten verfolgen zu können. „Wir haben es auch untersagt, bei Regen in eine Halle auszuweichen“, stellt von Arnim fest.

Eigentlich dürfte nichts passieren, aber dennoch sind einige Mannschaften nicht spielbereit. Besonders gebeutelt hat es die Regionalliga West der Herren. Fünf von acht Teams haben zurückgezogen. „Das hat mich überrascht und ich bin ehrlich enttäuscht“, kommentiert David Squire. Er ist Mannschaftsführer des TC Kaiserswerth, der in der Regionalliga West spielt. „Inzwischen gehen alle wieder unter Leute, aber Tennis spielen geht nicht. Obwohl die Entfernung zwischen den Spielern größer ist als an den meisten anderen Orten“, meint Squire. „Tennis ist doch Leidenschaft. Meine Jungs wollen jedenfalls alle spielen.“ Auch sein Sohn Henri. Er kam extra von seinem Studienort in den USA, um für seinen Heimatclub aufzuschlagen.

So werden also demnächst die Hälfte der Medenspieltage noch vor den Sommerferien absolviert. Los geht es an Fronleichnam (Donnerstag, 11. Juni). Die Saison endet im September. Von Arnim hat seine Mannschaftskameraden vor dem ersten Spieltag zum gemeinsamen Team-Frühstück im Garten eingeladen. „Selbstverständlich werden wir dabei auf die Hygiene- und Abstandsregeln achten“, verspricht der TVN-Vorsitzende. „Alle Tennisspieler, mit denen ich gesprochen habe, freuen sich darauf, dass es endlich wieder los geht.“