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Die Klezmer-Band Tovte und das Jazz-Ensemble Düsseldorf spielten

Jazz auf dem Gründgens-Platz : Fröhlichkeit mit Funkenflug

Die Klezmer-Band Tovte und das Jazz-Ensemble Düsseldorf traten mit einem spannenden Programm auf dem Düsseldorfer Gustaf-Gründgens-Platz auf.

Die Open-Air-Reihe „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“ musste ihren angestammten Platz verlassen und auf den Gustaf-Gründgens-Platz vor das Düsseldorfer Schauspielhaus umziehen – die Corona-Hygienevorschriften machten es notwendig. Der neue Ort zeigte sich aber mit der geschwungenen weißen Fassade des renovierten Schauspiels, dem Türkis schimmernden Dreischeibenhochhaus nebenan und dem begrünten und begehbaren Dach des Dreieckspavillons gegenüber als echter urbaner Spot. Dystopisch wird das Ambiente durch eine auseinander geschnittene Transall-Maschine, die Kulisse ist für die gleichfalls wegen Corona unter freiem Himmel gespielten Theater-Aufführungen.

Das Bedrohliche der auf dem Platz verteilten Flugzeugteile bildete einen scharfen Kontrast zur fröhlichen Tanzmusik der ersten Band. Jiddischer Klezmer stand auf dem Programm, gespielt von der jungen Kölner Band Tovte, die Tanznummern der aschkenasischen Juden Osteuropas vorsichtig modernisiert dem Publikum auf der mit Abstand aufgebauten Tribüne aufführten. Vor allem die beiden Geigerinnen Nathalie Litzner und Anna Neubert faszinierten mit ihrem klangintensiven Spiel, mit dem sie die Growltöne der Klarinette konterten. Dass Klezmer keine hermetisch geschlossene Gattung ist, zeigten Tovte dann, wenn argentinischer Tango überraschend Einzug ins Repertoire hielt.

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Dass Jazz eine urbane Musik ist, ist fast schon eine Binse. Jedenfalls passte der Modern Jazz vom Jazz-Ensemble Düsseldorf zur neuen Urbanität des Gustaf-Gründgens-Platzes. Dieses Sextett mit Düsseldorfer Musikern spielte sein typisches Repertoire aus Original- und Fremdkompositionen mit engem Bezug zur Landeshauptstadt. Gleich „Die Roboter“ zur Eröffnung von Düsseldorfs legendärer Proto-Techno-Gruppe Kraftwerk legte die Marschrichtung fest: Die stoischen Beats und der simple Refrain „Wir sind die Roboter“ des Originals erweckten die Musiker mit ihrer analogen Fassung regelrecht zum Leben.

Hier ebenso wie auch in anderen Stücken setzten Philipp van Enderts variantenreich gespielte Gitarre und die kühl schattierte Klangfarbe von Mathias Haus’ Vibrafon das Fundament des Modern Jazz unter Spannung. Dissonante Reibungen sorgten zuweilen für Funkenflug.