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Ausstellung „Erinnerungsgeister und Hoffnungslichter“ im Theatermuseum

Ausstellung im Theatermuseum : Stöbern nach Herzenslust

Die Ausstellung „Erinnerungsgeister und Hoffnungslichter“ im Theatermuseum lässt Dutzende Kraniche aus Papier unter der Decke schweben.

Als es im ersten Lockdown still wurde in den Theatern, die Türen verschlossen blieben und die Requisiten hinter der Bühne verstaubten – da erinnerte man sich auf der ganzen Welt an die Tradition des Gaslichts aus den angelsächsischen Ländern. Es wurde entzündet, um dem Publikum im Dunkeln den Weg zu weisen. Plötzlich herrschte eine andere Düsternis, und der helle Schein bekam eine neue Bedeutung. Die aufschimmernden Gaslichter symbolisierten die Sehnsucht nach der Rückkehr des Theaters.

Daran knüpft die in drei Bereiche unterteilte Ausstellung „Erinnerungsgeister und Hoffnungslichter“ im Theatermuseum an. Im Foyer schweben Dutzende Kraniche aus Papier unter der Decke. „Wir möchten es gern auf 1000 Stück bringen“, sagt Museumsleiter Sascha Förster. „In der japanischen Mythologie ist der Kranich ein Hoffnungstier. 1000 Vögel bedeuten 1000 Jahre Gesundheit.“ Wer immer Freude daran hat, kann mit einer Video-Anleitung einen Kranich basteln. „Das Papier stammt von alten Publikationen unseres Hauses“, erklärt Förster. „So wird ihm neues Leben eingehaucht. Mit der wachsenden Vogelschar verändert sich die Installation.“

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In der Rotunde im Erdgeschoss geben namhafte Regisseure und Schauspieler aus der Region ihre Hoffnungen an das Theater nach Corona preis. „Nachhaltige Förderstrukturen“ oder „Geld und Liebe“ steht da zu lesen. Andere Einlassungen klingen poetischer. Das Theater solle ein Ort des Spieles, des Traumes, der Fantasie, der Empathie sein, ein Rätsel, ein Ort außerhalb der Gewohnheit.

Robert Koall, Chefdramaturg des Schauspielhauses, wünscht sich, „dass wir wieder leichtsinnig, gelassen und großzügig“ sein können. Claudia Hübbecker aus dem Ensemble schreibt: „Theater ist für mich der Ort, den Augenblick zu feiern.“ Fotos belegen eindringlich die unheimliche Situation in den menschenleeren Häusern. Tiefer gehängte Zettel mit Fragen und Antworten laden Kinder ein, sich über das Theater schlau zu machen.

Eine Treppe höher wird es bunt bis schrill. Fundstücke aller Art verweisen auf die Geschichte des Impulse Theater Festivals. Videos, Klangarbeiten und Bühnen-Dekorationen formen ein kaleidoskopisches Portrait der Freien Theater. Im Raum daneben sind die Besucher dazu aufgerufen, ihre persönlichen Theatermomente auf einer riesigen drehbaren Papierrolle festzuhalten, vergleichbar mit einem Gästebuch.

Hier lagern auch die für jedermann zugänglichen Erinnerungsboxen von Theaterlegenden wie Tilla Durieux, Elisabeth Bergner oder Paul Henckels. Sascha Förster schlüpft in Handschuhe und öffnet die Box von Einar Schleef, mit ihm verbindet ihn die Herkunft aus Thüringen. Behutsam löst er ein Dokument heraus, blättert darin und sagt: „Der Regisseur beschreibt in seiner Biografie, wie er im zerbombten Sangershausen mit Kindern auf den Schutthaufen Kasperletheater gespielt hat.“ Hier, umgeben von historischen Theaterfotos, darf nach Herzenslust gestöbert werden.

Info „Erinnerungsgeister und Hoffnungslichter“, bis 20. Februar, www.duesseldorf.de/theatermuseum