Heinrich-Heine-Uni: Brandauer wird Gastprofessor in Düsseldorf

Heinrich-Heine-Uni : Brandauer wird Gastprofessor in Düsseldorf

Beim Neujahrsempfang der Heinrich-Heine-Uni kündigte Rektorin Anja Steinbeck drei Veranstaltungen mit dem österreichischen Schauspieler Klaus-Maria Brandauer an. Sie sprach auch über die Beziehung zwischen Politik und Hochschule.

Schauspieler Klaus-Maria Brandauer übernimmt dieses Jahr die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Universität. Das verriet Rektorin Anja Steinbeck am Mittwoch in ihrer Ansprache beim Neujahrsempfang der Hochschule. „Klaus Maria Brandauer ist eine beeindruckende, wenngleich auch nicht unumstrittene Persönlichkeit“, sagte sie über den Österreicher, der seit 1972 Ensemblemitglied und Regisseur am Wiener Burgtheater ist. Im März und April soll er in drei Veranstaltungen über „Heinrich Heine – Liebe, Revolution, Europa“ sprechen.

Neben seiner Schauspielarbeit sei Brandauer immer ein kritischer Geist geblieben. „Er ist politisch hellwach und jederzeit bereit zur zornigen Einmischung“, sagte Steinbeck: „Nicht zuletzt deshalb ist er ein geeigneter Träger der Gast-Professur, geht es doch darum, mit Studierenden, Bürgerinnen und Bürgern in einen Diskurs über aktuelle und streitbare Themen zu treten.“

Die Beziehung zwischen Politik und Universität war schon zuvor ein bestimmendes Thema in Steinbecks Rede gewesen. An Hochschulen darf es nach ihrer Auffassung durchaus politisch zugehen. „Die Universität darf keine politische Partei einseitig benachteiligen oder bevorzugen“, sagte sie: Das Gebot der politischen Neutralität bedeute aber nicht, „dass Hochschulen politikfrei sein müssen“.

Die erste Vorlesung des Schauspielers Klaus Maria Brandauer findet am Donnerstag, 19. März, um 16.30 Uhr statt. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Die Universität müsse einen Ausgleich finden zwischen der „reinen Wissenschaft“ und ihrem Anspruch, die Studierenden zu kritischen und wachen Bürgern und Bürgerinnen heranzubilden, sagte die Rektorin. „Dieses Ziel können wir nur erreichen, indem wir Studierende mit Politik konfrontieren und ihnen Gelegenheit dazu geben, den politischen Diskurs mit offenem Visier zu üben.“

Wer nach dem Studium in eine verantwortungsvolle Position komme, sollte gelernt haben, sich auch mit dem auseinanderzusetzen, was die Welt jenseits seines Faches bewege, sagte Steinbeck. Eine Universität ohne politische Debatten ist für Steinbeck „nicht denkbar“.

Platz für Politik ist an der Hochschule laut Steinbeck auch dann, wenn der Redner möglicherweise umstrittene Thesen vertritt. „Verweigerung ist keine Strategie gegen Sirenengesang, egal ob von rechts oder links. Rektorate sind keine Zensurbehörden.“ Wenn nicht an einer Universität, so Steinbeck: „Wo ist dann der geeignete Ort, um fatale Ideologien zu analysieren, zu entlarven und argumentativ zu bekämpfen.“

In ihrem Jahresrückblick erinnerte die Rektorin an erfreuliche und weniger erfreuliche Momente 2019. Zu den weniger erfreulichen gehörte die Räumung eines Gebäudes der Philosophischen Fakultät aus Brandschutzgründen – der Umzug der betroffenen Forscherinnen und Forscher wurde jedoch schnell geschafft. Zu feiern gab es unter anderem den Einzug in das Medizinische Forschungszentrum II sowie die Eröffnung des Erweiterungsbaus des Oeconomicums.