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Düsseldorf: Nachbarn formen Widerstand gegen Corona-Demonstration

Acht Proteste in Düsseldorf angekündigt : Anwohner kündigen Protest gegen Corona-Demonstration an

Mit Musik, Trillerpfeifen und Bannern wollen Nachbarn ihren Widerstand gegen die Demonstration der Corona-Kritiker sichtbar machen. Die Polizei rechnet mit mehr als den angemeldeten 3500 Teilnehmern bei der Corona-Demo.

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ hat zu einem dezentralen Protest gegen die Corona-Demonstration am Samstag aufgerufen. Ziel sei, dass möglichst viele Nachbarn und Passanten ihren Widerstand sichtbar machen – mit Bannern, Musik oder Trillerpfeifen entlang der Route oder aus den eigenen Wohnungen, sagt Oliver Ongaro, Sprecher des Bündnisses. Anwohner, Wirte und Händler sollen so lautstark gegen Rechtsextreme und Verschwörungsideologen protestieren.

Bei immer mehr Nachbarn, die wöchentlich mit den Demonstrationen in Kontakt kommen, wachse der Unmut, sagt Ongaro. Unter den Teilnehmern fänden sich immer wieder extreme Rechte, etwa von der Bruderschaft Deutschland, der Identitären Bewegung und der AfD, die teils eigene Blöcke formen. „Antisemitismus und abstruse wie gefährliche Verschwörungserzählungen sind auf den Demos verbreitet“, so Ongaro.

Als Versammlung sei der Nachbarschaftsprotest nicht angemeldet, auch eine Kundgebung werde es nicht geben. So soll auch das Infektionsrisiko für die Teilnehmenden gering bleiben. Es gehe mehr darum, den Widerstand der Nachbarschaft sichtbar zu machen.

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Wie viele Menschen mitmachen werden, sei schwer zu schätzen, sagt Ongaro. Das Bündnis habe aber bereits viele Rückmeldungen bekommen und die ersten Anwohner hätten sich eigens entworfene Plakate abgeholt, die den Querdenkern die Rote Karte zeigen sollen. Die Route des Protestzuges werde über die Social-Media-Kanäle des Bündnisses bekannt gegeben, damit sich die Gegendemonstranten platzieren können.

 Seit mehreren Monaten ziehen Anhänger der Querdenken-Bewegung und Gegner der Impfpflicht montags und samstags durch Düsseldorf – teils mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Am Samstag sammelt sich die Gruppe erneut um 15 Uhr am Johannes-Rau-Platz und zieht von dort durch die Stadtteile Friedrichstadt, Oberbilk, Stadtmitte, Altstadt und Carlstadt zurück zum Johannes-Rau-Platz.

Angemeldet seien 3500 Personen, die Polizei geht aber von deutlich mehr Teilnehmern aus. Bis etwa 20 Uhr sei mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. „Viele Menschen reagieren mit Unverständnis auf diese Proteste. Das ist nachvollziehbar“, sagt Polizeipräsident Norbert Wesseler. „Dennoch müssen wir bei aller Emotionalisierung immer rechtsstaatlich handeln. Das Versammlungsrecht ist ein hohes demokratisches Gut, das wir mit viel Personal und hohem Aufwand gewährleisten, unabhängig vom Versammlungsthema."

 An diesem Tag sind noch sieben weitere Proteste in Düsseldorf geplant, sechs davon als Kundgebungen. Diese haben nichts mit Kritik an den Corona-Maßnahmen zu tun, können aber zu weiteren Einschränkungen auf den Straßen führen.