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Düsseldorf: müssen ihre Kontakte selbst nachverfolgen

Corona in Düsseldorf : Infizierte müssen ihre Kontakte ab sofort selbst nachverfolgen

Corona-Kranke haben nun mehr Eigenverantwortung. Das Gesundheitsamt hat jetzt erklärt, warum das so ist und was ein Infizierter genau zu tun hat.

Es ist eine Änderung, die vielen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern vielleicht noch nicht bekannt ist: Seit dem 16. Januar ist nicht mehr das Gesundheitsamt für die gesamte Nachverfolgung von Corona-Kontakten zuständig, sondern in erster Linie der Betroffene. Dieser ist angehalten, nach einem positiven Test-Ergebnis alle engen Kontakte der vergangenen zwei Tage zu informieren. Darüber wurde unter anderem im wöchentlichen Corona-Gespräch der Stadt jetzt berichtet.

Nach einem positiven Test muss sich der Infizierte automatisch und ohne weitere Anordnung durch das Gesundheitsamt für zehn Tage in Quarantäne begeben. Gesundheits- und Ordnungsdezernent Christian Zaum konkretisierte: „Auch wenn wir nicht mehr dazu verpflichtet sind, wird das Gesundheitsamt nach einem positiven Befund weiterhin mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen und diese über das weitere Vorgehen beraten.“ Wegfallen würde hingegen die weitere Nachverfolgung. Zu den engen Kontakten zählen Menschen, mit denen man länger als zehn Minuten ohne Maske und ohne nötigen Mindestabstand von 1,5 Metern in Berührung kam. Gleiches gilt für den Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen über einen längeren Zeitraum. Betroffene sollen sich eigenständig soweit wie möglich isolieren und regelmäßig für die kommenden sieben Tage testen – bei Symptomen mit einem PCR-Test.

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Nicht-immunisierte Haushaltsmitglieder oder Kontakte müssen automatisch in Quarantäne, diese werden auch nicht gesondert durch die Behörde kontaktiert. Die Quarantäne kann grundsätzlich auf sieben Tage verkürzt werden, bei Kindern und Schülern sogar auf fünf Tage. Für alle gilt eine Freitestung mit offiziellem Schnell- oder PCR-Test, bei Mitarbeitern des Gesundheitssektors ist ein PCR-Test erforderlich.

Folgende Gruppen sind von der Quarantäne ausgenommen: Geboosterte, geimpfte Genesene, zweifach Geimpfte zwischen dem 15. und 90. Tag der zweiten Impfung und Genesene zwischen dem 28. und 90. Tag nach der Abnahme des positiven PCR-Tests. Dennoch werde von allen erwartet, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, eine FFP2-Maske zu tragen und sich weitgehend zu isolieren.

Derweil steigt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht, liegt nun bei 446,6 (Vortag 427,9). Die Zahlen sind nach einer technischen Störung bei der Übermittlung der Meldefälle eventuell abweichend. Laut Zaum ist der Fehler inzwischen behoben, nun müssten allerdings noch rund 2500 Fälle nachgetragen werden.

Am Donnerstag meldete die Stadt 753 Neuinfektionen und drei weitere Todesfälle (632 seit Beginn der Pandemie). 130 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt, davon 32 auf Intensivstationen. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sagte, dass derzeit 98 Prozent aller Intensivbetten in Düsseldorf belegt seien. Covid-19-Patienten machten davon rund 11 Prozent aus. Zudem haben die Kliniken immer wieder darauf hingewiesen, dass die Lage dynamisch sei und man im Zweifel auf eine solche Knappheit reagieren könne.

Die Impfquote in Düsseldorf liege momentan bei rund 82 Prozent, 62 Prozent haben ihre Auffrischungsimpfung erhalten, sagte Krisenstabsleiter Burkhard Hintzsche. Er appelliert, wie auch Keller, sich impfen zu lassen. .