Die Sprachschule GoAcademy in Düsseldorf lud dazu ein, im Zeitraffer fünf Sprachen kennenzulernen. Unser Autor hat das Angebot getestet.

Sprachschule Düsseldorf : Kurz-Trip durch fünf Länder

Die Sprachschule GoAcademy hatte dazu eingeladen, im Zeitraffer fünf Sprachen kennenzulernen. Unser Autor hat das Angebot getestet.

Eine neue Sprache zu lernen, hilft im Urlaub, macht sich gut im Lebenslauf und trainiert das Gedächtnis. Deswegen habe ich mehrfach versucht, meinen sprachlichen Horizont zu erweitern. Nach neun Jahren Englisch-, drei Jahren Französisch-, einem Jahr Niederländisch- und einem halben Jahr Spanischunterricht fällt die Bilanz allerdings ziemlich ernüchternd aus: Nur Englisch spreche ich halbwegs gut. Alles andere konnte sich, hauptsächlich wegen der fehlenden Motivation, Vokabeln zu lernen, nicht in meinem Kopf festsetzen. Noch habe ich die Hoffnung aber nicht aufgegeben, irgendwann dreisprachig durchs Leben zu gehen. Deswegen kam mir das Festival der fünf Kontinente, das die Düsseldorfer GoAcademy organisierte, gerade recht. Die Sprachschule bot die Möglichkeit, kostenlos gleich fünf Sprachen kennenzulernen – und zwar in nur zwei Stunden.

Gut 50 Menschen aus unterschiedlichen Ländern stehen mit mir im Wartebereich und tragen sich für die angebotenen Kurse ein. Ich entscheide mich als Erstes für den Japanisch-Kursus, schließlich leben in Düsseldorf so viele Japaner wie sonst nirgendwo in Deutschland. Die kleine Holzmatte, ein Messer und unterschiedliche Zutaten wie Reis, Gurken und Nori genannte Algenblätter vor mir auf dem Tisch lassen vermuten, dass es beim Schnupperkursus nicht nur um die Sprache geht. Mit einem freundlichen „Konnichiwa!“ begrüßt die Japanischlehrerin Azusa die Teilnehmer. Sie trägt einen traditionellen Kimono und hat hinter sich auf der Tafel bereits einige Vokabeln aufgeschrieben. Passend zum Thema lerne ich so direkt, wie man in einem Restaurant bestellt: „Sushi o negai shimas“ steht dort, was zwar nicht die richtige Schreibweise, aber dafür die korrekte Aussprache zeigt, wenn man gerne Sushi haben möchte. Praktisch, vor allem, weil man nach Azusa das Wort Sushi auch einfach gegen jedes andere Gericht austauschen kann. Im Anschluss geht es an die Zubereitung, welche eher einer Bastelstunde gleicht: Überall versuchen die Teilnehmer konzentriert, die Zutaten richtig zu platzieren und alles so einzurollen, dass es am Ende zu einem kreisrunden und festen Sushi-Stück wird. Meine Kreation behält zwar ihre Form, ist aber eher dreieckig. Auch mein japanischer Tischnachbar hat so seine Probleme. „Wir machen Sushi nie zu Hause, sondern gehen dafür eigentlich immer ins Restaurant“, berichtet Kiyo Shi, der seit seinem ersten Lebensjahr in Deutschland wohnt.

Mit einigen japanischen Vokabeln im Gepäck wechsele ich in den Raum schräg gegenüber. Hier wird man von einer großen australischen Flagge in Empfang genommen. Neue Vokabeln gibt es nicht wirklich zu lernen. Stattdessen bekommt man ein Glas mit australischem Wein angeboten. Ich lehne dankend ab, schließlich liegen noch drei weitere Kurse vor mir. Ebenfalls um Getränke geht es bei Cecile Neumann. Sie hat von ihrer Heimatinsel Mauritius ein Rezept für sogenannte Aloudas mitgebracht. Der Shake ist eine Art gesunder Bubbletea. Nebenan startet bereits die nächste Spanischsitzung.

Temperamentvoll eröffnet Stephanie Bossio die Stunde. Sowohl in Spanisch, als auch auf Deutsch erklärt die Kolumbianerin, wie man Patacones, kleine frittierte Taler aus Kochbananen, zubereitet. Die Teilnehmer sprechen ihr begeistert Phrasen wie: „¿Cómo estás?“ nach und einige antworten der 25-jährigen Ärztin. Ich verstehe nicht nur mehr als gedacht, sondern lerne auch einige neue Vokabeln. Hauptsächlich von verschiedenen Gemüse- und Obstsorten.

Ein letzter Raum steht noch auf der Liste. Durch die geschlossene Tür hört man bereits lautes Lachen und Schlagermusik, denn es wird Oktoberfest gefeiert. „Ich habe letztes Jahr meine Prüfung hier abgelegt, aber wollte heute noch mal zum Feiern vorbeikommen“, berichtet Sagar Nambos. Gerade wetteifert er mit fünf anderen Leuten darum, wer einen halb vollen Maßkrug am längsten mit ausgestreckten Armen halten kann. Auch ich nehme mir ein Weizenbier. Hier wird zwar nur Deutsch gesprochen, aber dafür habe ich ja vorher gut zwei Stunden lang neue Vokabeln gelernt. Ich hoffe, dass sie besser im Kopf bleiben, als es bisher immer der Fall war.

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