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Verkehr in Dormagen: Deichstraße wird nicht zur Fahrradstraße

Verkehr in Dormagen : Autos dürfen weiter auf der Deichstraße fahren

Die Grünen scheiterten im Hauptausschuss mit dem Antrag, die Deichstraße zur reinen Fahrradstraße umzuwidmen. Ende des Jahres soll eine Verkehrszählung vorliegen, so dass das Thema vielleicht noch einmal aufgerufen wird.

Das Ziel war klar und ebenso klar wurde es (vorerst) nicht erreicht. Die Dormagener Grünen wollen, dass die Deichstraße/Oberstraße zwischen der Kurfürstenstraße in Zons und der Brunnenstraße in Stürzelberg als Fahrradstraße umgewidmet wird. „Der Zeitpunkt mit der Fertigstellung der Stürzelberger Straße passt ideal“, sagt Fraktionsvorsitzender Tim Wallraff. Aber die große Mehrheit des Hauptausschusses votierte dagegen. Das Thema wird wahrscheinlich Ende des Jahres noch einmal behandelt, weil bis dahin eine Verkehrszählung vorliegen soll.

Die Grünen argumentieren damit, dass diese Straße zwischen den beiden Ortsteilen schon jetzt eine vielfach von Radfahrern benutzte Straße ist. „An Feiertagen und Wochenenden ist die Durchfahrt verboten“, so Wallraff. „Trotzdem wird die Straße auch in diesen Zeiten von Autofahrern genutzt, die häufig den Weg zur B 9 in Fahrtrichtung Düsseldorf abkürzen wollen. Die Straße ist sehr schmal und verfügt über keinen befestigten Seitenstreifen. Bis zur Sanierung der Stürzelberger Straße galt hier das Tempolimit von 50 Stundenkilometer, das von Kraftfahrzeugen aber häufig überschritten wurde, derzeit gilt ein Tempolimit von Tempo 30“, erklärt der Grüne.

Die Umwidmung zur Fahrradstraße würde die Attraktivität des Radfahrens zwischen Zons und Stürzelberg damit erhöht. Darüber hinaus wäre die Umwidmung zur Fahrradstraße ausgesprochen kostengünstig. Die Grünen nennen als Modell für die umzuwidmende Straße die Wiesenstraße zwischen Rheinfeld und Zons, die seit vielen Jahren als Fahrradstraße gewidmet ist.

Nach Angaben der Stadt setzt eine Umwidmung zu einer Fahrradstraße laut Straßenverkehrsordnung voraus, dass der Radverkehr die vorrangige Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist.  Die Kreispolizeibehörde weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass zur Beurteilung zunächst eine Verkehrszählung erforderlich ist.  Nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Verkehrszählung wird die Angelegenheit dem Hauptausschuss erneut zur Entscheidung vorgelegt.

Eine konträr andere Meinung vertrat die FDP. Sie spricht von einer „wichtigen Verbindungsstraße zwischen Zons und Stürzelberg, auch für Pendler“, so Fraktionsvorsitzender Karlheinz Meyer. Er sprach sich vielmehr für eine Öffnung für Autos auch an Wochenenden aus, um so die Schulstraße in Stürzelberg zu entlasten. Die SPD mit dem Fraktionsvorsitzenden Andreas Behncke sprach sich für die Haltung der Verwaltung aus.

(schum)