DHC Rheinland: DHC sucht Weg aus der Mini-Krise

DHC Rheinland : DHC sucht Weg aus der Mini-Krise

Zwei Niederlagen in Folge haben gezeigt, dass auch beim DHC Rheinland die Handball-Bäume nicht in den Himmel wachsen. Vor der heutigen Partie gegen 1. VfL Potsdam fordert Trainer Richard Ratka die Rückkehr zu alten Tugenden: "Mehr Aggressivität, mehr Beweglichkeit, mehr Kommunikation"

Innerhalb von nur drei Tagen ist Handball-Zweitligist DHC Rheinland in eine Mini-Krise geschlittert: Der 23:24-Heimniederlage gegen die HSG Nordhorn folgte mit dem 24:27 beim ThSV Eisenach der erste doppelte Punktverlust vor gegnerischem Publikum überhaupt in dieser Saison. Zwar klingeln bei Richard Ratka deshalb noch keine Alarmglocken, doch vor der heutigen Partie — Anwurf ist um 19.45 Uhr im TSV-Sportcenter — gegen den 1. VfL Potsdam fordert der Dormagener Trainer unmissverständlich: "Wir wollen das Ding gewinnen."

Wirft man einen Blick auf die Tabelle(n), wird sogar ein leichtes "Muss" daraus. In der offiziellen Version (der, in der dem DHC die acht Pluspunkte erst am Saisonende abgezogen werden), droht im Falle einer weiteren Niederlage der Sturz ins graue Mittelmaß der eingleisigen Zweiten Liga. In der in einigen Medien verbreiteten zweiten Version (in der die acht Punkte bereits abgezogen sind) droht den Dormagenern im Nicht-Erfolgsfalle sogar das Abrutschen in die akut abstiegsgefährdete Zone.

So weit will es der Ex-Nationalspieler auf der DHC-Bank nicht kommen lassen. Deshalb hat er sich seine Schützlinge am Montag zur Brust genommen, mit dem Ergebnis, dass "wir viel und gut trainiert haben", wie Ratka zu Protokoll gibt. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Abwehrverhalten: "Wir haben bislang unsere Spiele über eine starke Deckung gewonnen, davon war in Eisenach nichts zu sehen", hat der Trainer erkannt.

Er fordert deshalb eine Rückkehr zu den Tugenden der ersten Saisonspiele — jene, in denen der DHC als "underdog" noch frisch, frei und unbekümmert drauflos spielte. Zuletzt wirkte die Mannschaft eher gehemmt, weshalb Ratka seinen Spielern ein einfaches Rezept verordnet hat: "Mehr Aggressivität, mehr Beweglichkeit, mehr Kommunikation — das sind die Grundtugenden einer guten Deckung." Vierter Bestandteil seiner Erfolgsmixtur: "mehr Konsequenz im Abschluss. Wir erspielen uns tolle Möglichkeiten, machen die dann aber nicht 'rein."

Wobei die "Mini-Krise" auch an einem Namen festgemacht werden kann: "Der Ausfall von Bastien Arnaud hat uns härter getroffen als zunächst angenommen", sagt Ratka, schließlich war der am Kreuzband operierte französische Kreisläufer schnell in die Rolle eines Führungsspielers gewachsen. Bis sein Vertreter Andrej "Andy" Petro so weit ist (wenn überhaupt), wird noch einige Zeit dauern: "Wir müssen ihn erst integrieren und unser Spielsystem auf ihn abstimmen", sagt Ratka über den hünenhaften slowakischen Nationalspieler. dass er zwischenzeitlich zur Nationalmannschaft abkommandiert war, hat sie Sache nicht leichter gemacht.

(NGZ/jt)
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