Lokalsport : DHC schlägt sich selbst

Handball-Zweitligist DHC Rheinland hat seine zweite Saisonniederlage kassiert. Die größte Schuld an der 23:24-Niederlage gegen HSG Nordhorn tragen die Dormagener selbst, doch am Ende wurden sie kräftig verpfiffen

Ein schrilles Pfeifkonzert gellte gestern Abend kurz nach 21.30 Uhr durch das Dormagener Sportcenter. Dabei galt der Unmut der 1451 Zuschauer weniger der ausgesprochen mäßigen Leistung, die Handball-Zweitligist DHC Rheinland bei seiner zweiten Saisonniederlage bot. Vielmehr hatten sich die Unparteiischen Harald Schembs und Markus Weyell den Zorn von Fans, Trainer und Spielern der Gastgeber zugezogen, weil sie den DHC in der Schlussphase klar benachteiligten und der HSG Nordhorn so einen allerdings nicht ganz unverdienten 24:23-Sieg (Halbzeit 14:11) ermöglichten.

Exakt zwei Minuten und vier Sekunden dauerte gestern Abend der letzte Angriff der HSG Nordhorn. Vier Mal eroberten die Dormagener, die durch David Breuer nach 57:37 Minuten zum ersten und einzigen Mal in dieser Partie einen Gleichstand erreicht hatten (23:23), in dieser Phase das Spielgerät, vier Mal sprachen die Unparteiischen den Gästen den Ballbesitz wieder zu. Mehr als sechzig Sekunden vergingen, ehe sie überhaupt den Arm hoben, um ein drohendes "Zeitspiel" zu signalisieren. Und exakt 19 Sekunden vor dem Abpfiff gelang dem erst 20 Jahre alten Alexander Terwolbeck der Treffer zum 24:23-Endstand. Damit nicht genug, ließen die Schiedsrichter auch am Ende nach einem Foul gegen Bartosz Konitz die Uhr herunterticken, so dass den Hausherren nur noch ein direkter Freiwurf blieb - den setzte Konitz in die Nordhorner Abwehrmauer.

Die zweite Saisonniederlage für den DHC Rheinland war perfekt, und die hatten sich die Dormagener trotz aller Unzulänglichkeiten der Unparteiischen selbst zuzuschreiben. Denn wie schon beim 20:23 gegen TuSEM Essen wirkte der Erstliga-Absteiger über weite Strecken zu behäbig, fand so kein Mittel gegen den starken Nordhorner Abwehrblock und einen ebensolchen Torhüter Björn Buhrmester, der das Duell mit Jendrik Meyer zumindest ausgeglichen gestaltete.

Immer wieder versuchten es die Dormagener durch die Mitte, wo allerdings Björgvin Holmgeirsson ebenso wie Ondrej Zrdrahala das nötige Durchsetzungsvermögen fehlte. Als Michiel Lochtenbergh nach 51 Minuten zum 17:19 traf, war es das erste Mal, dass der Linksaußen gestern Abend überhaupt ein Anspiel bekam. Außerdem unterliefen selbst den mit sieben bzw. vier Treffern besten Rückraumschützen Bartosz Konitz und David Breuer immer wieder leichte Fehler, die die Gäste eiskalt zu Kontertoren nutzten. Da wurde das gelungene Debüt des neuen Kreisläufers Andrej Petro, der vier Treffer, davon gleich die beiden ersten des gestrigen Abends erzielte, zur Nebensache. Im anderen Mittwochspiel unterlag die TSG Friesenheim dem TV Neuhausen mit 22:29.

(NGZ)