DHC Rheinland: DHC gerät aus der Erfolgsspur

DHC Rheinland : DHC gerät aus der Erfolgsspur

Mit dem 24:27 beim ThSV Eisenach kassiert Handball-Zweitligist DHC Rheinland die zweite Niederlage in Folge. "Für einen Sieg hätten wir ans Limit gehen müssen, und das haben wir nicht getan", übt Trainer Richard Ratka Kritik

Der DHC Rheinland hat sich dem allgemeinen Niveau der eingleisigen Zweiten Bundesliga angepasst und ist dabei aus der Erfolgsspur geraten: Mit dem 24:27 (Halbzeit 12:14) beim ThSV Eisenach kassierten die Dormagener Handballer erstmals in dieser Saison zwei Niederlagen in Folge. Jetzt ist ein Sieg im Heimspiel am Freitag (18. November, 19.45 Uhr) gegen den 1. VfL Potsdam "fast schon Pflicht" (DHC-Trainer Richard Ratka), will der Erstliga-Absteiger nicht im Niemandsland der Tabelle verschwinden.

In Ratkas Augen kamen am Samstagabend vor 1550 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle gleich mehrere Faktoren zusammen: "Eisenach ist eine gute und erfahrene Mannschaft. Um da zu gewinnen, musst du ans Limit gehen — und das haben wir nicht getan", kritisierte der Dormagener Trainer den Spielvortrag seiner Schützlinge vor allem im Angriff.

In den letzten drei Begegnungen (25:23 über Neuhausen, 23:24 gegen Nordhorn, 24:27 in Eisenach) haben die Dormagener gerade mal 72 Treffer erzielt. Was auch mit der Besetzung im Rückraum zu tun hat: " Wenn es auf den Halbpositionen nicht so gut läuft, habe ich keine Alternativen", sagt Ratka. Das gilt vor allem für die rechte Seite, wo David Breuer ausgesprochen blass blieb . Doch auch Bartosz Konitz wirkte wenig überzeugend und wurde in der Schlussphase durch Nachwuchsmann Dennis Szczesny ersetzt. Mit dem 17-Jährigen auf Halblinks arbeitete sich der DHC von einem 19:25-Rückstand (54.) wieder bis auf 23:25 /57.) heran, kam aber auch deshalb nicht mehr näher, weil David Breuer einen Strafwurf (59.) vergab.

"Wir sind sowieso nicht die Torfabrik", sagt Ratka, "aber bisher haben wir das durch eine überdurchschnittliche Abwehrleistung kompensiert." Was am Samstag auch nicht der Fall war. Keineswegs, meint der Trainer, habe das daran gelegen, dass der bislang überragende Torhüter Jendrik Meyer wegen einer im Training zugezogenen Fußverletzung nach 30 Minuten seinen Platz zwischen den Pfosten räumen musste: "Daniel Schlingmann hat seine Sache sehr gut gemacht, an ihm lag es ganz bestimmt nicht, dass wir verloren haben, im Gegenteil", lobte Ratka den gerade 21 Jahre alt gewordenen Ersatzkeeper, der im bisherigen Saisonverlauf nur wenige Kurzeinsätze gehabt hatte. In Eisenach entschärfte er im zweiten Durchgang neun Würfe, sein Gegenüber Radek Musil kam in sechzig Minuten auf zehn Paraden. Wenngleich sich Ratka über die zweite Niederlage in Folge, die erste vor fremdem Publikum "mächtig ärgerte, weil wir verschiedene Dinge nicht umgesetzt haben", richtig überraschen konnte sie den DHC-Trainer nicht: "Am Anfang waren wir das Überraschungsteam. Jetzt sehen alle in uns den Favoriten und gehen entsprechend konzentriert und motiviert zu Werke." Deshalb verlangt und erwartet er von seinen Spielern nun einen Umdenkungsprozess: "Es läuft nicht einfach so weiter. Die anderen haben sich verbessert — das müssen wir auch." Am besten schon am Freitag gegen Potsdam.

(NGZ)
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