DHC Rheinland : DHC in "Aufbruchstimmung"

Am Montagabend trafen sich die Spieler aus dem runderneuerten Kader des Dormagener HC Rheinland erstmals zum Training. Neu-Trainer Richard Ratka verspürte dabei eine "Aufbruchstimmung" beim Handball-Zweitligisten

Die Bedingungen sind trotz des Zwangsabstiegs aus der Bundesliga weiterhin professionell beim DHC Rheinland. Heute Morgen treffen sich die Zweitliga-Handballer bereits zum vierten Mal zum Training — und das, obwohl sich der runderneuerte Kader am Montagabend überhaupt erst kennengelernt hat. "In den ersten Wochen der Vorbereitung trainieren wir jeden Tag zwei Mal", verrät Neu-Trainer Richard Ratka: Vormittags steht das Athletiktraining unter Torsten Ribbecke auf dem Programm, abends die Schulung der handballerischen Fähigkeiten unter dem Ex-Nationalspieler. "Normalerweise würde ich nicht so früh mit dem Handballtraining beginnen", sagt Ratka, "aber die Zeit ist sowieso schon knapp bemessen, um aus so vielen neuen Spielern eine Mannschaft zu formen."

Um so besser, dass er bei den ersten Einheiten, denen eine ausgiebige Mannschaftssitzung vorgeschaltet war, eine "durchgängig positive Stimmung" ausgemacht hat: "Die Jungs sind alle gespannt, vermitteln alle eine echte Aufbruchstimmung", sagt der 47 Jahre alte Übungsleiter. Er selbst verspürt die ebenfalls, auch deshalb, weil sich die personelle Zusammensetzung seines Kaders durchaus nach seinen Vorstellungen gestaltet hat: "Die Verpflichtung von Ondrej Zdrahala war ein echter Glücksfall", sagt Ratka mit Blick auf den tschechischen Nationalspieler, der sich mit Björgvin Holmgeirsson nicht nur auf der Regieposition abwechseln soll, sondern für alle Rückraumpositionen vorgesehen ist. "Er bringt die Erfahrung mit, die wir brauchen", sagt Ratka über den 28-Jährigen, der mit dem TV Großwallstadt in der Bundesliga spielte und zuletzt beim dänischen Erstligisten TM Tonder unter Vertrag stand.

Eitel Sonnenschein am Höhenberg, wäre da nicht die Lücke auf der Kreisläuferposition. "Da fehlt noch die zentrale Figur, da brauchen wir noch einen Führungsspieler", gibt Ratka zu. Die Suche wird dadurch erschwert, dass dieser Führungsspieler zugleich über herausragende Abwehrqualitäten verfügen — und ins schmale Budget des DHC passen soll. "Wir haben da noch ein paar Ideen in der Pipeline", sagt Ratka, räumt aber ein: "Wenn wir in den nächsten Wochen nicht fündig werden, müssen wir wohl eine zweigeteilte Lösung probieren". Will heißen: ein Kreisläufer für den Angriff und ein Spezialist für die Abwehr. Letzterer könnte Maciej Dmytruszynski heißen, denn der Pole hat immer noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Ratka möchte bis zum ersten öffentlichen Auftritt des DHC beim Turnier in Wermelskirchen (29. bis 31. Juli) Klarheit haben. Bis dahin wird täglich zwei Mal trainiert — ab Freitag in voller Kaderstärke, denn dann haben Dennis Szczesny und Johannes Clausing Schulferien.

(NGZ)