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DHC Rheinland: Mit Ratka in "sorgenfreie Saison"

DHC Rheinland : Mit Ratka in "sorgenfreie Saison"

Der DHC Rheinland ist auf Trainer- und Spielermarkt fündig geworden: Richard Ratka soll den Neuaufbau in der Zweiten Liga bewerkstelligen, vom bisherigen Personal bleiben fünf Spieler. Neu im Kader sind David Breuer, Jendrik Meyer und Björgvin Holmgeirsson, zwei Neue werden noch gesucht

Der Etat ist eng gestrickt, der Kader verfügt bislang nur auf fünf Positionen über Bundesliga-Erfahrung. Dennoch peilt der Dormagener HC Rheinland nach dem Zwangsabstieg aus der Ersten Liga eine "sorgenfreie Saison" im erstmals eingleisigen, 20 Klubs umfassenden Unterhaus an — und das, obwohl er gleich die Hypothek eines Abzugs von acht Pluspunkten in die am 3. September mit dem Gastspiel bei Mit-Absteiger HSG Ahlen-Hamm startende Spielzeit nimmt.

Garant dafür, den Dormagener Handball "auf gesunde Zweitliga-Beine" zu stellen, soll Richard Ratka werden. Der 47-Jährige, der 71 Länderspiele für Deutschland bestritt und über 14 Jahre Trainererfahrung in Erster und Zweiter Liga verfügt (siehe: Persönlich), tritt zum 3. Juli die Nachfolge von Kai Wandschneider auf der Trainerbank an.

Mit welchem Kader Ratka am 18. Juli in die Vorbereitung starten kann, ist auch für ihn eine spannende Frage. Deren Beantwortung vor allem von den Finanzen abhängt. 780 000 des 1,05 Millionen Euro umfassenden Gesamtetats hat Heinz Lieven für Personalkosten vorgesehen. Doch darin, sagt der DHC-Geschäftsführer, sind auch die für das Nicht-Handballspielende Personal enthalten.

Deshalb lautet sein Credo: "Sparen, wo es nur eben geht." Das betrifft die Verwaltung: Marketing-Manager Joachim Kurth hat die Kündigung erhalten, seine bisherige "rechte Hand" Roman Kaminski findet sich plötzlich in einer Multifunktionsrolle als Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Team-Manager und Co-Trainer wieder. Einen hauptamtlichen Geschäftsführer wird es, wenn überhaupt, frühestens im November geben. Bis dahin lenkt Lieven die Geschicke des DHC. "Aber nicht als Alleinunterhalten", wie der Delhovener Unternehmer betont. "Das Sagen im sportlichen Bereich hat alleine Richard Ratka", stellt Lieven klar, allerdings nur "unter den zur Verfügung stehenden Mitteln und Voraussetzungen."

Mit denen scheint der neue Mann auf der Bank leben zu können, auch wenn es für ihn bedeutet, die Saison mit höchstens acht Erst- oder Zweitliga-erfahrenen Spielern bestreiten zu müssen. Der Rest des Kaders soll aus dem Nachwuchs des TSV Bayer oder anderen Kooperationsvereinen bestückt werden, Lieven plant im Zuge der von ihm angestrebten Kooperation mit der japanischen Liga außerdem mit "ein bis drei" japanischen Spielern.

Bleiben aus dem bisherigen Kader des DHC werden die Außen Tobias Plaz und Michiel Lochtenbergh, dessen niederländischer Landsmann Bartosz Konitz und die Ergänzungsspieler Daniel Schlingmann und Michael Wittig. Offen ist noch die Personalie Max Holst, der das Vertragsangebot des DHC zunächst einmal abgelehnt hat.

Unter den drei Neuen ist in Gestalt von Linkshänder David Breuer (TV Korschenbroich) ein alter Bekannter, der bereits von 2004 bis 2007 beim damaligen TSV Bayer Dormagen spielte. Torhüter Jendrik Meyer kommt vom Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf, Björgvin Holmgeirsson vom isländischen Spitzenklub Haukar Hafnarfjördur — der 23-Jährige ist der jüngere Bruder von Einar Holmgeirsson, der lange Jahre in der Bundesliga (Flensburg, Großwallstadt, Ahlen-Hamm) spielte und "Wunschkandidat" des neuen Trainers ist. Kommt mit Max Holst keine Einigung zustande, wird noch ein neuer Mittelmann gesucht. Priorität besitzt allerdings die Kreisläuferposition, wo Ratka einen "vor allem abwehrstarken" Spieler bevorzugt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was wird aus den DHC-Spielern?

(NGZ)