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Dormagen: Trinkwasser wird sehr hart

Dormagen : Trinkwasser wird sehr hart

Das Wasser in Dormagen, Horrem, Rheinfeld, Hackenbroich und Delhoven wird aufgrund von Wartungsarbeiten am Wasserwerk Hackenbroich kurzfristig deutlich härter. evd-Kunden sollten ab Montag Waschmittel anders dosieren.

Die Verbraucher, die von der Energieversorgung Dormagen (evd) Trinkwasser beziehen, sollten vom kommenden Montag bis zum 4. April ihr Waschverhalten ändern. Aufgrund von Wartungsarbeiten im Wasserwerk Hackenbroich steigt der Härtegrad des Wassers von 14 auf 23. "Die Enthärtungsanlage wird gereinigt und muss abgestellt werden", erklärt evd-Sprecherin Kathrin Jansing. Dies sei notwendig, um die Qualität des Wassers zu gewährleisten. Gleichzeitig werden Pumpen und Elektrotechnik überprüft. Um Problemen bei der Nutzung von Wasch- und Spülmaschine vorzubeugen, empfiehlt die evd gegebenenfalls die Waschmittelnutzung anzupassen und, wenn möglich, die Härtegradeinstellung an der Spülmaschine abzuändern.

18 000 evd-Kunden betroffen

Betroffen sind rund 18 000 Kunden in den Stadtteilen Dormagen-Mitte, Horrem, Rheinfeld, Hackenbroich und Delhoven. Auch wenn ein Härtegrad von 23 recht hoch ist, hält Philip Held, Wasserexperte bei der Verbraucherzentrale NRW, die Auswirkungen für gering: "Es kann passieren, dass Wasch- oder Spülmaschine mehr Kalk ansetzen –massiv wird das aber nicht sein." An der Spülmaschine kann in der Regel der Härtegrad eingestellt werden. Weitere Informationen stehen in der jeweiligen Betriebsanleitung. Unter Umständen müsse eine bestimmte Menge Salz hinzu gegeben werden. Beim Betreiben der Waschmaschine sollten Verbraucher auf die Angaben auf ihrer jeweiligen Waschmittelpackung achten. "Wer bisher knapp dosiert hat, muss vielleicht ein Schüppchen mehr Waschpulver nehmen", sagt Michael Koswig, Experte bei Stiftung Warentest.

Mehr Kalk kann sich auch an den Heizstäben von Wasserkochern absetzen. Zum Entkalken empfiehlt Verbraucherschützer Philip Held Zitronen- und nicht Essigsäure. "Der Essig kann Schwermetalle auslösen", sagt der Verbraucherschützer. Mit Kalkflecken auf den Armaturen müssten Verbraucher allerdings rechnen.

Die Trinkwasserqualität wird durch den höheren Härtegrad nicht eingeschränkt – im Gegenteil: "Kalzium- und Magnesiumsreiches Wasser ist im Grunde sogar positiv für uns." Gesundheitsprobleme sehe er nicht. Der Ansicht ist auch Michael Koswig: "Manche Heilwasserhersteller werben gerade für einen hohen Kalziumgehalt"

Der Härtegrad des Wassers hängt vom Untergrund ab. Während durch kalkhaltige Böden hartes Wasser fließt, ist Wasser in Granithaltigen Böden eher weicher.

Info Weitere Fragen beantwortet Manfred Waßmus unter Tel. 02133 971-35.

(NGZ)