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Dormagen: Chempark hat Krise bewältigt

Dormagen : Chempark hat Krise bewältigt

In seiner traditionellen Frühjahrsbilanz mit Rück- und Ausblick präsentierte Chempark-Leiter Walter Leidinger am Freitag gute Nachrichten. Die wichtigsten Kennzahlen bewegen sich auf oder über dem Vorkrisenniveau.

Ist die Krise überstanden? Mit Blick auf den Chempark sagt dessen Leiter Walter Leidinger: ja. Ein wichtiger Indikator sei die Lkw-Abfertigung an Tor 14: 2008 wurden dort bis zu 10.000 Lkw pro Monat gezählt, im Krisenjahr 2009 waren es nur gut 5000. "Jetzt haben wir das Vorkrisenniveau wieder erreicht."

Ein zweiter, für die Zukunft und den Stellenwert des Standorts Dormagen entscheidender Indikator sind die Investitionen. 159 Millionen Euro haben die Unternehmen im Chempark 2010 investiert – etwa 85 Millionen in Modernisierung und Erweiterung der Produktion, 74 Millionen für Instandhaltung. Die Gesamtsumme lag knapp unter dem Wert von 2009, aber 15 Prozent über dem Niveau der Jahre vor dem Einbruch der Wirtschaft.

Dass die Investitionen selbst auf dem Höhepunkt der Krise auf hohem Niveau blieben, liegt daran, dass Unternehmen größere Investitionen langfristig planen. Und daran, dass das Vertrauen in den Standort groß ist: "Der Wettbewerb ist hart, aber wir können bei den Kriterien Qualifizierung der Arbeitskräfte, Preise, Logistik, Infrastruktur und Management punkten", sagt Leidinger.

Zum Beweis der Standort-Attraktivität verweist der Chempark-Leiter auf die TDI-Anlage von Bayer Material Science (BMS). 150 Millionen Euro investiert BMS in die Großanlage, die 2014 am Standort des alten Kohlekraftwerks in Betrieb gehen soll, das abgetragen wird. "In Kürze werden wir die Genehmigungsunterlagen bei der Bezirksregierung in Köln einreichen", sagt Klaus Jaeger, Leiter des Standortverbundes NRW bei BMS. TDI ist ein Vorprodukt für Polyurethan-Weichschaum, der in Autositzen oder Matratzen verwendet wird. "Sie begegnen Produkten aus dem Chempark im Alltag – darauf sind wir stolz", betont Walter Leidinger.

Damit das so bleibt, investiert BMS in ein neues Forschungszentrum in Dormagen, das Hydriertechnikum. Auch Lanxess stockt auf: Für etwa 30 Millionen Euro wird die Produktion des Hochleistungs-Kautschuks "Neodymium Butadien" ausgebaut, der für Autoreifen verwendet wird.

Dazu kommt mit dem finnischen Unternehmen Kemira ein neuer, interessanter Chempark-Partner, der bis Ende 2012 eine Anlage zum Bau von Wasserchemikalien in Betrieb nehmen will. Neben Innovationen sollen Netzwerke den Standort sichern – Netzwerke, die auch die unverzichtbare Akzeptanz der chemischen Industrie fördern sollen. Dazu dient die Lokale Allianz ebenso wie das Netzwerk Innovative Werkstoffe. Und das Engagement für Dormagener Institutionen: So sponsert Currenta bei den letzten fünf Heimspielen des DHC Rheinland die Hallenboden-Werbung und zahlt dafür 2000 Euro.

(NGZ)