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Dormagen: Die Netzwerkerin für Senioren

Dormagen : Die Netzwerkerin für Senioren

Seit vier Jahren ist Bärbel Breuer Seniorenbeauftragte der Stadt Dormagen. Ihr Spezialgebiet: der Aufbau von Netzwerken. Den Aufbau des Netzwerks "Dormagen 55plus" hat sie tatkräftig unterstützt.

Literaturcafé, Englisch für Fortgeschrittene, Kochen, Trommeln & Singen, Wanderungen, Bildbearbeitung am PC, Tanz und Entspannung oder das Seniorenkino, um nur einige Beispiele zu nennen – das "Netzwerk-Dormagen 55plus" bietet Veranstaltungen für jeden Geschmack. Innerhalb von nur anderthalb Jahren hat sich diese Initiative zum Shooting-Star unter den Angeboten für die ältere Generation entwickelt.

Wesentlichen Anteil daran hatte auch Bärbel Breuer, die Seniorenbeauftragte der Stadt. "Solche Netzwerke gibt es in anderen Städten schon längst. Wie haben das Rad nicht neu erfunden", sagt die 52-Jährige. Und dennoch – es musste ja zunächst einmal am Rad gedreht werden. Und so setzte sich die vierfache Mutter mit Heinz Schneider von der Caritas und Dagmar Drossard von der Diakonie zusammen, das Netzwerk 55plus wurde aus der Taufe gehoben. "Die Gruppen, die sich dort gebildet haben sind auch für die sozialen Kontakte immens wichtig", weiß die Anstelnerin. Denn: Wer regelmäßig erscheint, plötzlich aber der Veranstaltung fernbleibt, wird angerufen. Es wird nachgefagt, die Teilnehmer sind einander nicht egal.

"Wenn im Alter vieles wegbricht, wie Familie oder Nachbarn, hilft solch ein Netzwerk", sagt Breuer. Die Starthilfe jedenfalls ist gelungen, die Vielfalt der Angebote und damit auch die Zahl der Angesprochenen steigt beständig.

Doch damit nicht genug: Die Seniorenbeauftragte möchte noch mehr Initiativen ins Leben rufen. So versucht sie, alle Einrichtungen, die mit älteren Menschen zu tun haben, an einen Tisch zu bringen – ein weiteres Netzwerk in Planung also. Und da aller guten Dinge drei sind, versucht Bärbel Breuer auch, Ärzte, Apotheken und Krankenhaus in bestimmten Wohngebieten zusammenzuführen, um so eine bessere Versorgung und auch eine bessere Beobachtung zu haben. "Viele alte Menschen leben allein. Wenn es ihnen plötzlich schlecht geht, fällt es manchmal erst nach Wochen auf", sagt sie.

Schließlich gehört zu ihrem Aufgabengebiet auch noch die klassische Beratung, was die Themen Betreuung und Patientenverfügung angeht. Bärbel Breuer arbeitet bereits seit 1978 bei der Stadt Dormagen, unterbrochen von einer zwölfjährigen Pause wegen ihrer vier Kinder. Die 52-Jährige ist Verwaltungswirtin und begann 1996 nach ihrem Wiedereinstieg im Jugendamt. Lesen, schwimmen, Fahrradtouren bezeichnet die engagierte Frau als ihre Hobbys. Und zurzeit renoviert sie an Wochenenden ein Ferienhaus in Norddeutschland. Für die Angebote des Netzwerks 55plus hätte sie momentan keine Zeit, aber die 55plus hat sie ja auch noch nicht erreicht.

(NGZ)