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Dormagen: Stadt plant kein Public Viewing zur Fußball-EM

Dormagen : Stadt plant kein Public Viewing zur Fußball-EM

Im Sommer 2006 hat einfach (fast) alles gepasst: das Wetter, die Stimmung und die Leistung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Unter dem Jubel tausender Fans in den Stadien stürmte die damals noch von Jürgen Klinsmann trainierte Truppe bis ins Halbfinale der Weltmeisterschaft. Als der Italiener Fabio Grosso mit seinem Tor in der Verlängerung die deutschen Titelträume beerdigte, lagen sich Menschen bei den Public Viewings weinend in den Armen.

In und um die Kulturhalle ("Kulle") erlebten viele Dormagener ihr ganz persönliches Sommermärchen. Doch anders als bei der Heim-WM 2006 und zwei Jahre später bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz wird es in diesem Sommer kein Public Viewing geben. Jedenfalls kein von der Stadt organisiertes. Das erklärte der Leiter des Stadtmarketings (SVGD), Guido Schenk, auf Anfrage der NGZ.

"Die Veranstaltungen 2006 und 2008 waren sehr erfolgreich", sagt er. Trotzdem plane die SVGD kein Public Viewing zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine (vom 8. Juni bis zum 1. Juli). Das hat zwei Gründe: Zum einen steht kein geeigneter Raum zur Verfügung. In die Kulturhalle dürfen laut Sicherheitsbestimmungen nur 200 Menschen. Außerdem sind in diesem Zeitraum Schützenfeste, die Halle wird traditionell als Residenz der Majestäten genutzt. Zum anderen fehlt das Geld. Um an anderer Stelle eine Leinwand aufzubauen, die bei Tageslicht Übertragungen in guter Qualität ermöglicht, müsste die Stadt sehr tief in die Tasche greifen. Mindestens 100 000 Euro würden über die gesamte Turnierdauer fällig, sagt Schenk. Der Etat für 2006 und 2008 lag nach seinen Angaben bei rund 12 000 Euro.

Wie bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika (damals gab es ebenfalls kein Public Viewing) habe man verschiedene Szenarien geprüft. Schenk: "Ohne Sponsoren geht es einfach nicht. Nach derzeitigem Stand können wir das nicht finanzieren." Etwas Hoffnung macht er Dormagener Fans dennoch auf ein Gemeinschaftserlebnis. Wenn das Team von Bundestrainer Joachim Löw bis ins Finale (1. Juli, 20.45 Uhr in Kiew) vordringt, will Schenk nicht ausschließen, "dass wir kurzfristig etwas auf die Beine stellen". Vielleicht werde dann zum Beispiel auf dem Platz vor dem Alten Rathaus eine Leinwand aufgestellt.

(NGZ)