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Dormagen: Wimmer will zurück in den Landtag

Dormagen : Wimmer will zurück in den Landtag

Er ist Karnevalist, Schütze und bekennender Fan des FC Schalke 04: Der Zonser Wiljo Wimmer, Landtags-Kandidat der CDU, ist in seiner Heimat fest verwurzelt und steht für Authentizität. Er möchte nach der Landtagsauflösung nach dem 13. Mai in Düsseldorf zur "zweiten Halbzeit" antreten und eine Brücke zwischen Kommunal- und Landespolitik schlagen.

Es ist ein langer Fußweg bis zur Nummer 5187. Zielsicher marschiert Wiljo Wimmer durch den kleinen Wald und steuert den Heidespielplatz an, der plötzlich in voller Breite vor den Besuchern liegt. Es ist ein Ort, den der Zonser mag und an den er regelmäßig kommt. "Seit über zehn Jahren haben wir quasi eine Patenschaft für diesen herrlichen Spielplatz übernommen", sagt Wimmer. Der CDU-Ortsverein Zons kümmert sich, unterstützt von den Kollegen aus Stürzelberg, um dieses Kleinod. Rund 15 Spielgeräte haben die Politiker finanziert, "angesichts der schwierigen Finanzlage würde die Stadt das gar nicht leisten können. Hier sähe es sonst ganz anders aus."

Zwanzig Monate war Wiljo Wimmer bis zur Auflösung des Landtags Abgeordneter der CDU. Er möchte wieder zurück in den Plenarsaal, um dort den "Brückenschlag" zwischen Kommunal- und Landespolitik fortzusetzen. Foto: A. Woitschützke

Eindreiviertel Jahre saß Wiljo Wimmer als Abgeordneter der CDU für den Wahlkreis Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich im Landtag. Nach dem 13. Mai will er zurück in den Düsseldorfer Plenarsaal. Die Frage, warum ihn die Bürger wählen sollen, beantwortet der 50-Jährige so: "Ich glaube, ich kann ihre Wünsche und Anliegen ganz gut aufnehmen und versuchen, im Landtag die bestmögliche Lösung zu erreichen." Im Wahlkreis II, der Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich umfasst, ist er unumstritten erste Wahl. "Es gab keine Überlegungen, einen anderen Kandidaten zu benennen."

Wiljo Wimmer im Plenarsaal. Foto: Landtag

Wimmer entspricht nicht dem klassischen Typus eines Berufspolitikers, der seinen Weg schon als Jugendlicher in Richtung Politik lenkte: Schüler Union, Junge Union —Fehlanzeige! "Ich war eine ganze Zeit lang ein ,Schläfer' und bin erst im Alter von 24, 25 Jahren angesprochen worden, in die CDU einzutreten." Als er aktiver werden sollte, sagte Wimmer nicht nein, kandidierte 1994 für die Kommunalwahl und gewann auf Anhieb seinen Wahlkreis. "Es hat sich immer ergeben, ich habe nie darauf hingearbeitet." An einem volksnahen Image brauchte er daher auch nicht zu arbeiten, nicht als frisch gebackener Kommunalpolitiker schnell dem ein oder anderen Verein beitreten. Wimmer ist schon längst mittendrin. Der gebürtige Zonser hat sich mit viel Herz dem Schützen- und Karnevalswesen verschrieben. Seit mehr als 40 Jahren ist er als Flötist im Tambourcorps "Feste Zons" bei Schützenfesten in der Region dabei. Dazu ist er Vorsitzender der "KG Rot-Weiß Feste Zons" und ist als gestandener Familienvater und Politiker dann in weißen Strumpfhosen zu bewundern. Dort ist er dann Karnevalist und nicht Politiker.

Der Landtagskandidat verkörpert Authentizität. "Ich bemühe mich, der Mensch Wiljo Wimmer zu bleiben", sagt er selbst. "Dem Bild des Berufspolitikers auf Zeit entspreche ich nicht." Dazu passt, dass Wimmer, ungefragt, sagt, dass das Bürgermeister-Amt kein Job für ihn wäre. "Da würde ich jegliche Privatsphäre verlieren — da wäre ich 24 Stunden und 365 Tage Bürgermeister." Ein Stück Normalität bewahren im Konglomerat aus Beruf (Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter), Berufung (Kommunalpolitik), Hobby (Karneval, Schützen und Schalke) und Familie - an diesem Spagat arbeitet Wimmer gerne. Zur Normalität, Authentizität und Beständigkeit gehört auch die Ehe mit Katharina, die er schon als 19-Jähriger am Bettina-von-Arnim-Gymnasium kennen- und lieben lernte. "Wenn's passt, passt es."

Gefragt, warum denn Landespolitik für ihn eine große Anziehungskraft besitzt, erklärt Wimmer, der redegewandte Jurist, schnell und sicher: "Ich sehe dort die konsequente Fortsetzung von Kommunalpolitik. Landespolitik ist auf den ersten Blick oft abstrakt, ich möchte daher konkret eine Brücke schlagen zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und Düsseldorf." Wie konkret Politik dann wird, spürt Wimmer bei Fragen einer Mutter, die ihren Säugling auf dem Arm hält: "Wo wird mein Kind in zehn Jahren zur Schule gehen können?" Das Thema Schule hält Wimmer für zentral, den Schulkompromiss in NRW für gelungen, die Änderungen in der Gemeindefinanzierung allerdings nicht "Die haben letztlich keinem wirklich geholfen. Für die Kommunen, denen Geld weggenommen wurde, verschlechtert sich die Lage. Den Kommunen, die Geld bekamen, geht es dadurch nicht besser. Fakt ist: Die Zahl der Städte mit Haushaltssicherungskonzept steigt." Für Wimmer ist der "Abbau von Standards" und sind "mehr Freiräume für Kommunen" dringend notwendig, um der Finanzkrise der öffentlichen Kassen Herr zu werden. Wimmer schüttelt den Kopf: "Warum unterliegt — sinnvolle — interkommunale Zusammenarbeit der Umsatzsteuer?" Beim Thema Energiewende setzt der Zonser auch auf den Rhein-Kreis als Solidargemeinschaft: "Wir sollten gemeinsam, inklusive der Energieversorger, nach geeigneten Standorten von Windkraft- und Biogasanlagen suchen.

Seine Heimatstadt sieht Dormagen, allen finanziellen Schwierigkeiten zum Trotz, gut aufgestellt. "Wir werden versuchen, die Einschnitte so zu setzen, dass nicht das Gesamtgefüge in Frage gestellt wird. Wir werden eine breite Versorgung auf höherem Niveau beibehalten." Wimmer ist überzeugt: "Es lohnt sich, in Dormagen zu leben."

(NGZ)