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Borussia Mönchengladbach: Besondere Halbfinal-Geschichten der Gladbach-Torhüter

Erinnerungen an Gladbachs Halbfinals : Was Jansen, Kleff, Sude und Kamps Sommer voraus haben

Elfmal stand Gladbach im Pokal-Halbfinale, fünfmal wurde es siegreich gestaltet. Dabei spielten die Torhüter oft eine besondere Rolle.

Das 0:1 gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale beendete Borussias Pokaltraum in dieser Saison. Nun ist die Zeit der Halbfinals. Was die angeht, hat Gladbach durchaus eine Tradition. Elfmal insgesamt ging es für Borussia mindestens bis in die Vorschlussrunde des Pokal-Wettbewerbs. Und oft gab es da Geschichten, in denen die Torhüter eine besondere Rolle spielten. Es begann 1960 mit Günter Jansen und endete, vorerst, 2017 mit Yann Sommer.

Dem Schweizer blieb verwehrt, was Jansen schaffte: der Finaleinzug. Gladbach besiegte vor 61 Jahren den Hamburger SV mit 2:0 und zog ins Endspiel ein. Auch, weil Jansen einen großen Tag erwischte im Spiel des Underdogs Borussia gegen den amtierenden Deutschen Meister HSV. Gladbach gewann anschließend erstmals den Pokal durch einen 3:2-Sieg  gegen den Karlsruher SC.

Nach Jansen schafften Wolfgang Kleff (1973), Ulrich Sude (1984) und Uwe Kamps (1992, 1995) ebenfalls den Sprung ins Endspiel. Wie Jansen holten Kleff und Kamps den Titel. Ins Halbfinale schafften es bis dato sieben verschiedene Gladbach-Torhüter, neben den bisher erwähnten auch Claus Reitmaier (2004, 0:1 bei Alemannia Aachen) und Marc-André ter Stegen (2012, Niederlage gegen die Bayern im Elfmeterschießen).

Wolfgang Kleff hatte 1973 das Privileg, gleich zwei Halbfinals erstens zu spielen und zweitens zu gewinnen. 3:1 endete das Hinspiel bei Werder Bremen, 4:2 das Rückspiel. Kleffs große Zeit kam erst im Finale gegen Köln, beim 2:1-Sieg hielt er grandios.

Sude, der zweimal mit Gladbach im Halbfinale stand (auch 1985, 0:1 bei den Bayern durch ein Elfmeter-Tor Sören Lerbys), bekam 1984 vier Gegentore im Spiel gegen Werder Bremen und trotzdem reichte es für das Finale. Vom 5:4-Spektakel bleiben von Sude vor allem die Bilder im Gedächtnis, als er die Tränengasbombe entsorgte, die aus dem Werder-Block aufs Spielfeld geworfen worden war.

Auf der anderen Seite des Bökelbergs, vor der Nordkurve, hatte Uwe Kamps 1992 seinen großen Tag im zweiten seiner insgesamt vier Halbfinal-Spiele für Gladbach, er ist da der Rekordhalter unter allen Borussen, nicht nur bei den Torhütern. 1987 und 2001 gab es Niederlagen, einmal beim Hamburger SV (0:1) und bei Union Berlin (im Elfmeterschießen), 1995 hielt Kamps gegen den 1. FC Kaiserslautern den 1:0-Sieg und damit die Reise zum Endspiel in Berlin fest. Drei Jahre zuvor war er der Held, weil er alle vier Elfmeter der Schützen von Bayer Leverkusen hielt.

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Yann Sommer verhinderte im Halbfinale 2017 mit seiner Parade beim Schuss von Guillermo Varela zunächst die Niederlage im Elfmeterschießen nach Andreas Christensens Fehlschuss, doch war das nur aufgeschoben. Weil auch Djibril Sow, damals 20 und heute Frankfurt, vergab, durfte Branimir Hrgota, der Ex-Gladbacher, Sommer zum 8:7-Siegtor verladen.

Wäre Borussia nun ins Halbfinale eingezogen, hätte Sommer indes wohl nicht die Gelegenheit erhalten, zu schaffen, was ihm Jansen, Kleff, Sude und Kamps voraus haben: den Finaleinzug. Denn in dieser Saison hatte Trainer Marco Rose Tobias Sippel zum Pokal-Torwart erklärt. Es wäre Gladbachs achter Halbfinal-Torwart gewesen.