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Dormagen: Hier wird die Stadt überwacht

Dormagen : Hier wird die Stadt überwacht

Das Thema Videoüberwachung spaltet. Manche fürchten einen Angriff auf ihre Privatsphäre, andere fühlen sich sicherer. Zu meiden sind die Kameras kaum. Die NGZ nennt Beispiele, wo Dormagen bereits "überwacht" wird.

Beim Einkaufsbummel durch das Ringcenter wird jeder Besucher zum Filmstar. Insgesamt 50 Kameras scannen die Verkaufsfläche ständig. Insbesondere Brennpunkte wie die Textil- und die Spielwarenabteilung prüfen die Kaufhausbetreiber akribisch. "Für uns ist das eine präventive Maßnahme", sagt Ringcenter-Chef Hans-Dieter Lehnhoff. Ein Ladendetektiv sitzt zwar nicht ständig vor den Monitoren. Doch anhand der "gestochen scharfen Bilder" hätten in den vergangenen drei Jahren 40 bis 50 Ladendiebe nachträglich überführt werden können.

An Videoüberwachung im Kaufhaus haben sich die Bürger längst gewöhnt. Doch auch im sonstigen Dormagener Stadtgebiet ist es kaum möglich, dem Auge der Kamera zu entgehen. Dabei spaltet das Thema: Manche fürchten einen Angriff auf ihre Privatsphäre, andere fühlen sich sicherer.

Letzteres Argument führt etwa die Deutsche Bahn an, die am Dormagener Bahnhof insgesamt vier Kameras installiert hat. Bahnsprecher Franz Heumüller spricht von einer "präventiven positiven Wirkung". Ganz ähnlich ist die Situation im Stadtbus. Alle 13 Busse sind vor vier Jahren mit Videoüberwachung ausgerüstet worden — als Reaktion auf zunehmenden Vandalismus. "Ich glaube, dass das dazu beigetragen hat, dass es ruhiger geworden ist", sagt Fahrdienstleiter Klaus Bauer.

Mit Videotechnik ausgestattet sind auch die Foyers und Schalter der Kreditinstitute — natürlich auch bei der VR Bank. "Wir sind dazu verpflichtet", sagt Bereichsleiter Marc Bahlmann. Das Geldhaus setzt auf die abschreckende Wirkung. In der Vergangenheit seien aufgrund der Videobilder auch schon Bankräuber überführt worden. Ebenfalls die Kassenbestände sichern die Kameras in der Tiefgarage der Rathaus-Galerie. "Sie sind auf die Automaten gerichtet", sagt Centermanager Manfred Keil.

Zusätzlich patrouilliert ein Sicherheitsmann. Auch der Verkehr in Dormagen wird schon bald per Kamera reguliert. Derzeit reagieren noch Detektoren (siehe Bild) auf die Verkehrsbewegungen. "Bald errichten wir am Hit-Markt eine Ampel mit Kamera, die die Grünzeit variabel ändert", sagt Gottfried Koch von den Technischen Betrieben. In Zons dient eine Webcam im Bereich Schloss- und Rheinstraße rein touristischen Zwecken. "Menschen können aber nicht identifiziert werden", sagt Guido Schenk von der SVGD.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier wird Dormagen per Videokamera überwacht

(NGZ)