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Dormagen: Kita und Schule in einem Haus

Dormagen : Kita und Schule in einem Haus

In Dormagen könnte es schon bald das Modell geben, wonach Kindertagesstätten und Grundschule als "Lernort" unter einem Dach zusammengefasst werden. Es geht um Pädagogik, aber vor allem auch darum, Geld zu sparen.

Geht es nach den Vorstellungen der Rathausverwaltung, so werden in den nächsten Jahren eine Reihe von "Lernorten" entstehen. Dabei soll es um ein Miteinander von Kindertagesstätten und Grundschulen unter einem Dach gehen. Pädagogische Effekte sind angestrebt, aber auch finanzielle Aspekte spielen eine große Rolle, weil auf diesem Weg Grundstücke frei werden. Die könnten dann vermarktet und in der Folge bebaut werden. Das Geld käme der leeren Stadtkasse zu Gute. Wie die politische Stimmung zu diesen Plänen ist, davon kann sich die Verwaltung heute in der Sitzung des Betriebsausschusses Eigenbetrieb einen Eindruck verschaffen. Denn auf dem Tisch liegen erste konkrete Überlegungen, wo diese Lernorte möglich wären.

Beispiel Horrem Das evangelische Sozialwerk betreibt dort an der Heesenstraße in einem städtischen Gebäude eine dreigruppige Kita. An dieses Gelände schließt sich ein weiteres städtisches Grundstück an. Durch den Zusammenschluss der Grundstücke könnte der Stadt ein Objekt zur Vermarktung zur Verfügung stehen. Auch an der Christoph-Rensning-Schule bestünde die Möglichkeit, um dort eine Kindertagesstätte dauerhaft unterzubringen. Allerdings nicht die "Rappelkiste", die zurzeit dort beheimatet ist, denn sie zieht in neue Räume ein.

Beispiel Delrath Dort hält die Verwaltung einen Wechsel der Kita Gabrielstraße unter das Dach der Henri-Dunant-Grundschule für "grundsätzlich machbar".

Beispiel Stürzelberg Auf städtischem Areal liegt die Kita "Schatzkiste", das durch eine Zusammenlegung mit der St.-Nikolaus-Schule frei und verkauft werden könnte. Gertrud Müller-Baudrie, Rektorin der Grundschule, hält die Idee für "grundsätzlich gut und umsetzbar", sofern die Raumsituation geklärt wäre.

Grundlage ist ein CDU-Antrag vom Oktober vergangenen Jahres, in dem die Verwaltung unter anderem eine "Vernetzung des Kindergarten- und Schulentwicklungsplans" erarbeiten soll. Die gemeinsame Nutzung von Gebäuden könne, so heißt es, sowohl aus fachlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht vernünftig sein. Diesem Auftrag ist die Verwaltung auch nachgekommen und hat im Rahmen einer "Plausibilitätsprüfung", so Schuldezernentin Tanja Gaspers, die "generelle Machbarkeit" untersucht. "Denn mit den Trägern haben wir noch nicht gesprochen. Das ist erst ein erster Aufschlag." Eine schnelle Umsetzung sieht die Schulexpertin nicht, weil zunächst ein pädagogisches Konzept entwickelt werden muss — sofern die Politik sich überhaupt für das Thema Lernort begeistert.

(NGZ/url)