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Dormagen: 12 071 Stimmen fürs Freibad

Dormagen : 12 071 Stimmen fürs Freibad

Zehn Tage, nachdem der TSV Bayer Dormagen ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Ganzjahresfreibades Römertherme gestartet hat, lieferte er gestern weit mehr als die geforderten 3038 Unterschriften im Rathaus ab.

Es war eine Szene mit Symbolkraft, ganz bewusst von den Verantwortlichen des TSV Bayer Dormagen ausgewählt: In einem aufblasbaren Plastikboot lag das halbe Dutzend Aktenordner. In halt: jeweils gut zweitausend Unterschriften, mit denen das Bürgerbegehren zum Erhalt der Römertherme initiiert werden soll.

Exakt 12 071 Unterschriften in einem Plastikschiffchen, das getrost als "Rettungsboot" gedeutet werden kann, lieferte TSV-Geschäftsführer Frank Neuenhausen gestern Nachmittag bei Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann ab. Der lag mit seiner Schätzung von 5232 zwar weit über der von Rechts wegen geforderten Zahl (3038), aber dennoch weit daneben.

Von "Festwochen" sprach Frank Neuenhausen. Der Zulauf von Badegästen, die ihr Votum für ein Bürgerbegehren abgeben wollte, sei riesig gewesen. "Wir hätten schon am vergangenen Dienstag die Unterschriftenlisten einreichen können." Aber das Bürgerbegehren sollte zu einer kraftvollen Demonstration pro Römertherme werden. Also wurde fleißig weiter gesammelt und jetzt, nach nur zehn Tagen, die geforderte Zahl um fast das Vierfache überschritten. Bürgermeister Hoffmann, der mit seiner Unterschrift das Anliegen des TSV Bayer unterstützt, zeigte sich stark beeindruckt.

Er glaubt, dass dieses Votum auch seine Fraktionskollegen der CDU beeindrucken wird, die sich dagegen ausgesprochen haben, dass ein 200 000-Euro-Zuschuss der Stadt fließt, um das jährliche Defizit des Ganzjahresfreibad abzudecken: "Ihre Haltung ist nicht in Zement gegossen. Angesichts dieser Zahl wird jede politische Fraktion ins Nachdenken kommen." CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer nennt die Zahl "beeindruckend".

Er wagte aber keine Prognose, ob es bei der CDU ein Umdenken gibt, "denn an der Ausgangssituation hat sich nichts geändert". Wimmer sieht in den 12 071 Unterschriften auch einen Appell an den Bayer-Konzern, dafür zu sorgen, dass die Therme erhalten bleibt. Das Rathaus wird die Initiatoren des anderen Bürgerbegehrens ("Sanierung der beiden städtischen Hallenbäder") bitten, ihre Unterschriften auch einzureichen, damit beide Bürgerbegehren in die nächste Ratssitzung am 20. September gebracht werden können.

Dort muss der Rat entscheiden, ob er den Ansinnen entspricht. Lehnt er ab, kommt es zu Bürgerentscheiden. Aktuell wären 50 767 Dormagener stimmberechtigt. Davon müssten mindestens 10 154 zur Wahlurne gehen. Dann entscheidet die einfache Mehrheit: Mit 5078 Stimmen wären die Bürgerentscheide erfolgreich.

(NGZ/rl)