1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Stadt setzt auf "Lernorte"

Dormagen : Stadt setzt auf "Lernorte"

Wegen des Haushaltssicherungskonzeptes und des Sparkurses, den die Stadt fahren muss, stehen Schließungen von Grundschulen oben an. Eine Lösung könnte die Zusammenlegung von Kitas und Grundschulen sein.

Die Stadt beabsichtigt, bald ausgewählte Kindertagesstätten und Grundschulen unter einem Dach zusammen zu legen. Dort sollen "Lernorte" für Kinder zwischen drei und zehn Jahren entstehen. Mit diesem Projekt wollen die Rathausverantwortlichen der Diskussion um Schulschließungen eine andere Qualität geben und neue Wege aufzeigen. Vorbild ist das Familienzentrum "Rappelkiste" in Horrem, das aufgrund von Sanierungsarbeiten seit einem Jahr bereits in der Christoph-Rensing-Schule untergebracht ist. "Mit Erfolg", wie Schulamtsleiterin Ellen Schönen-Hütten sagt. "Beide kommen ganz prima miteinander klar."

Ein "Lernort": Aufgrund von Bauarbeiten sind die Kinder der Kita "Rappelkiste" zurzeit in der Rensing-Schule untergebracht. Foto: Jazyk, Hans

Es geht um zwei Standorte

Die Tannenbuschschule in Delhoven läuft einzügig. Foto: Jaz

Die Ankündigung wog schwer: "Wir gehen davon aus, dass zwei Grundschulstandorte nicht erhalten werden können", sagte Kämmerer Kai Uffelmann bei der Vorstellung des Haushaltssicherungskonzepts Anfang Juli. "Es geht im Kern nicht um zu kleine Schulen, sondern darum, dass wir bei zu vielen kleinen Klassen nicht genügend Lehrer haben." Seitdem fürchten die Leitungen von kleinen, einzügigen Grundschulen, aber auch viele Eltern in den Ortschaften um den Erhalt ihrer Schulen.

Sicherer Standort dank starker OGS: die Salvatorschule in Ückerath. Foto: Jazyk, Hans

Aktuell sind es vier Grundschulen, die in der kommenden Woche mit nur einer Eingangsklasse starten: die Tannenbusch-Schule in Delhoven, die Schule am Kronenpützchen in Straberg sowie die Friedensschule mit ihrem Teilstandort in Gohr und Hauptstandort in Nievenheim. Allerdings ist die Zügigkeit nicht der allein ausschlaggebende Faktor, betont Uffelmann.

Die Politik ist in der Diskussion. Sie sollte, so hieß es bislang, über Standortschließungen beraten und im Schulausschuss beschließen. "Wir machen zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage", hält sich die schulpolitische Sprecherin der CDU, Anja Wingerath, bedeckt. Offener ist die SPD. Sie will zunächst Klarheit bei der Bevölkerungsentwicklung haben.

Fraktionschef Bernhard Schmitt: "Die unterschiedlichen Prognosen der Stadt und der Bezirksregierung verunsichern. Welche Zahlen stimmen?" Sind es die städtischen Zahlen, die einen deutlichen Bevölkerungsrückgang prognostizieren, "dann müssen wir an Standorte ran", so Schmitt.

Für Straberg sieht er ebenso Probleme wie für Delrath: "Dort müssen wir uns fragen, ob sich aufwendige und teure Sanierungen lohnen, wenn die Demographie gegen die Schule spricht." Katharina Schütte, Rektorin der Schule am Kronenpützchen, sagt: "Wir hoffen, dass die Schule vor Ort bleibt, wenn auch notfallls als Teilstandort."

Vielleicht helfen ja die neuen Überlegungen aus dem Rathaus. Sie fußen auf einem Antrag der CDU, in dem "Lernorte" geprüft werden sollen. Schönen-Hütten sieht in diesem Modell die "Standortsicherung für eine Grundschule vor Ort, eine tolle pädagogische Herausforderung und drittens die Möglichkeit, dann freie Kita-Gebäude vermarkten zu können."

(NGZ/rl)