1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Ärger über Baupläne

Dormagen : Ärger über Baupläne

Stürzelberger hatten sich Anfang des Jahres gegen städtische Baupläne in ihren Gärten gewehrt. Für den südöstlichen Teil im Bereich Feld- und Schulstraße soll Baurecht geschaffen werden. Zunächst.

Die Beratungsvorlage für den "B-Plan Nr. 347" liest sich, als habe es niemals einen Diskurs gegeben. "Positiv zu den Planungsabsichten" hätten sich neun von 16 Grundstückseigentümern im Rahmen einer Bürgerbefragung geäußert, heißt es in der Unterlage für den Planungsausschuss am Donnerstag, 13. September. Die Eigentümer der sieben verbleibenden Grundstücke stünden der Planung "neutral" gegenüber. In späteren Einzelgesprächen hätten sich drei Eigentümer den Bebauungsabsichten positiv gegenübergestanden. Alles Friede, Freude, Eierkuchen also?

Konkret geht es in dem Bebauungsplan Nr. 347 um das Gebiet Feld-/Schulstraße in Stürzelberg. Gärten der Anwohner sollen dort nachverdichtet werden, um Wohnraum zu schaffen. Etliche Anwohner waren dagegen auf die Barrikaden gegangen, sogar die "Bürgerinitiative Dorfentwicklung Stürzelberg" hatte sich formiert.

Und Klaus Ruby, der auf der Feldstraße 61 wohnt, ist noch immer nicht begeistert von den Plänen der Stadt. "Ich bin nicht dafür", sagt der Stürzelberger, der fürchtet, an den Erschließungskosten beteiligt zu werden. Einen Teilerfolg haben die Gegner der Nachverdichtung immerhin errungen. Nur für einen Teilabschnitt des ursprünglich anvisierten Areals soll Baurecht geschaffen werden. Die Karte zeigt, dass zunächst der südöstliche Teilabschnitt erschlossen werden soll. 1,5 Hektar groß ist das Areal.

Stadtplaner Gregor Nachtwey: "Wir haben mit den Anwohnern gesprochen, die Schlüsselgrundstücke besitzen." Im südöstlichen Teil habe es die meisten Befürworter gegeben. Außerdem seien vier Grundstücke im städtischen Eigentum. Für diesen Bereich empfiehlt die Stadt, "die Teilaufstellung des Bebauungsplans zu beschließen und dafür erforderliche Fachgutachten (Schallgutachten, Artenschutzprüfung, hydrogeologisches Bodengutachten) in Auftrag zu geben". Stadtplaner Gregor Nachtwey weist zudem darauf hin: "Die Grundstücksbesitzer entscheiden selber, was auf ihren Grundstücken passiert, nicht irgendein Dritter." Klar ist aber auch: Die Möglichkeit, später auch Grundstücke im nördlichen Bereich einzubinden, besteht weiterhin. Immerhin soll die Grundlage geschaffen werden, dass eine Ansiedlung von Gewerbe nicht möglich ist.

Jost Auler von der örtlichen Bürgerinitiative meint: "Wir haben bereits zusammengesessen und Ideen gesammelt." Im Planungsausschuss will die Bürgerinitiative vertreten sein. Anwohner wie Edith Schülgen sind jedenfalls weiter gegen eine Bebauung: "Die würden dann bis an meine Terrasse herankommen. Ich lass mir meinen Garten nicht wegnehmen."

(NGZ)