Geld für Klubs in Dormagen: Sportvereine sollen Mängel melden

Geld für Klubs in Dormagen : Sportvereine sollen Mängel melden

Der Sportverband Dormagen koordiniert das Förderprogramm des Landes, „Moderne Sportstätte 2020“, aus dem 864.000 Euro an heimische Vereine fließen, die auf eigenen Sportstätten aktiv sind.

Mit 864.485 Euro erhalten Sportvereine in Dormagen einen unerwarteten Geldsegen, der aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ der Landesregierung stammt. Das Besondere daran: Bei der Verteilung mischen nicht wie sonst üblich Stadt und Politik mit. Vielmehr kümmert sich die Dachorganisation der Vereine, der Sportverband Dormagen, um die Verteilung der Fördersumme und hält alle Fäden in der Hand. Der Vorstand hat dazu ein Konzept entwickelt und die Vereine angeschrieben.

Es gibt eine weitere Besonderheit: Bei vielen Vereinsvorständen hat die Ankündigung der Landesregierung in Düsseldorf die Hoffnung geweckt, auf diesem Weg an Gelder zu kommen, um die Anlage, auf der Sport getrieben wird, aufpolieren zu können. Das wird aber so nicht funktionieren, macht Sportverband-Vorsitzender Bernd Lewerenz deutlich. Denn, so erklärt er, die Gelder, insgesamt 300 Millionen Euro landesweit über einen Zeitraum von vier Jahren, sollen an Vereine fließen, die Eigentümer ihrer Sportanlage sind oder diese längerfristig gepachtet haben. Mit Blick auf Dormagen bedeutet dies, dass die ehemals von Bayer finanzierten Vereine wie Ruder-, Tennis- oder Kanu-Verein dafür in Frage kämen. Oder der Dormagener Reit- und Fahrverein mit seinem Gelände.

Der klassische Fußballverein, der auf einer Bezirkssportanlage zu Hause ist, ist nicht die Zielgruppe. Liegt dort etwas im Argen, sind die Sanitäreinrichtungen marode oder müsste das Stankett erneuert werden, dann ist das Sache der Kommune, sich darum (finanziell) zu kümmern. Gleichwohl: „In besonderen, begründeten Fällen könnten auch diese Vereine Geld bekommen“, sagt Lewerenz.

Der Sportverband hat sich intern auf folgende Vorgehensweise geeinigt: Im ersten Schritt werden die Vereine mit vereinseigenen oder langfristig gemieteten Sportstätten gebeten, mitzuteilen, ob grundsätzlich ein Sanierungs- oder Modernisierungsbedarf besteht und eine Antragstellung vorgesehen ist. Lewerenz: „So erhalten wir einen groben Überblick über den Bedarf.“ In einem zweiten Schritt werden die Vereine, die an einer Antragstellung des Sportstättenförderprogramms interessiert sind, zu einem oder mehreren runden Tisch(en) eingeladen. Lewerenz: „Dort werden wir versuchen offene Fragen zu klären und bieten Hilfestellung in Bezug auf die Antragstellung an.“ Aber es geht dabei nicht nur um Unterstützung: Der Sportverband wird die Anträge „priorisiert als Vorschläge an die Landesregierung weiterleiten“.

Was kann eigentlich gefördert werden? Nach Angaben der Staatskanzlei geht es um „Modernisierung, Instandsetzung, Sanierung, Ausstattung, Erweiterung und Umbau von Sportstätten unter besonderer Berücksichtigung einer energetischen Ertüchtigung, notwendiger baulicher Sicherheitsmaßnahmen, Geschlechtergerechtigkeit, der digitalen Modernisierung und der Herstellung von Barrierefreiheit“.  Förderfähig ist laut der Düsseldorfer Behörde demnach auch eine begleitende, sportfachlich notwendige Infrastruktur wie zum Beispiel Unterkünfte, Verpflegungseinrichtungen, Schulungs- und Aufenthaltsräume, Geschäftsstellen sowie Zuschauereinrichtungen.

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