Einzelhandel in Dormagen: Neuer Supermarkt für Hackenbroich

Einzelhandel in Dormagen : Neuer Supermarkt für Hackenbroich

Wie im neuen Zentren- und Einzelhandelskonzept vorgesehen, wird es in Hackenbroich einen weiteren Supermarkt geben: Vollsortimenter Rewe will an die Salm-Raifferscheidt-Allee. Der Planungsausschuss entscheidet nächste Woche.

Der Einkaufsstandort Hackenbroich wird gestärkt: Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschuss sollen in der kommenden Woche beschließen, dass im Bereich der Salm-Reifferscheidt-Allee mit Rewe ein Lebensmittel-Vollsortimenter eine neue Filiale eröffnen kann. Durch die in unmittelbarer Nähe gelegenen Discounter Netto und Aldi würde so in diesem Bereich ein starker Nahversorgungsstandort entstehen. Damit werden Empfehlungen aus dem Zentren- und Einzelhandelskonzept erfüllt, dass über Monate hinweg für die gesamte Stadt überarbeitet wurde und auch jetzt verabschiedet werden soll.

Die Ansiedlung von Rewe auf dem knapp 6000 Quadratmeter großen, aktuell noch dicht bewachsenen Areal schräg gegenüber der Shell-Tankstelle und des Kreisverkehrs ist gleichsam auch ein Kontrapunkt zum Ladenzentrum an der Moselstraße. Denn dort sieht die Zukunft nicht besonders rosig aus. Die Gutachter des Einzelhandelskonzeptes haben sogar vorgeschlagen, diesen Bereich im Gegensatz zur Auflage von 2012 nicht mehr in das Nahversorgungszentrum einzubeziehen.

Ursprünglich war vorgesehen und erhofft worden, dort eine Attraktivierung durch Neuansiedlungen zu erreichen. „Diese blieben aus“, konstatieren die Gutachter knapp, „und die Nutzungsstruktur hat weiterhin an Qualität abgenommen“. Die Perspektive ist demnach nicht gut: „Es ist anzunehmen, dass für diese Flächen (im Ladenzentrum) derzeit keine Nachfrage besteht.“ Das bedeutet im Klartext: Im Sinn des Versorgungsauftrags für Hackenbroich und auch für Hackhausen werden aus Sicht der Gutachter „Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen“ in Köln keine weiteren Einzelhandelsflächen für die Ergänzung des Nahversorgungszentrums benötigt.

Im „Karree am Kiefernwäldchen“ sind Netto, Aldi und der Textildiscounter Kik die größten Einzelhandelsanbieter. Mit Rewe wird aus Sicht der Stadt ein Vollsortimenter eine „sinnvolle Ergänzung für das Nahversorgungsangebot im Stadtteil“ sein. Das Konzept sieht eine Verkaufsfläche von maximal 1200 Quadratmetern vor. Beabsichtigt ist die Errichtung eines eingeschossigen Hallengebäudes in einer Höhe von circa neun Metern und einer Kantenlänge von 54 mal 38 Metern.

Räumlich ausgerichtet ist der Baukörper auf den Zugangsbereich an der Salm-Reifferscheidt-Allee. Die bis zu 77 Pkw-Einstellplätze sind seitlich und rückwärtig angeordnet. Auf der hinteren Seite befinden sich die Lagerbereiche des Marktes. Architektonisch verfolgt der Entwurf dem Konzept einer großen lichtoffenen Markthalle mit vertikalen und horizontalen Fenstern als Lichtbändern. Als Materialien sind Holzbinder, Glas und dunklere Fassadenplatten vorgesehen.

Vor dem Hintergrund der Wertigkeit der Böden, auf dem der Supermarkt entstehen soll, und des Bewuchses (Ausgleichsbepflanzung und Wald) sind ein zusätzlicher ökologischer Ausgleich über das Ökokonto der Stadt und gegebenenfalls auch das Waldumwandlungskonto beim Rhein-Kreis Neuss erforderlich. Des Weiteren wird die Stadt prüfen, ob Maßnahmen zur Biotopvernetzung im Bereich zwischen der Kreisstraße 18 und dem Holzweg in Verlängerung der bestehenden Streuobstwiese möglich sind.

Für den Investor ist das Areal, das die Stadt ihm verkauft, insofern gut gewählt, weil es offenbar keine Beeinflussungen im Rahmen des Seveso III-Gutachtens gibt. Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegt nämlich räumlich außerhalb der über den Zwischenbericht vom November 2017 zum gesamtstädtischen Seveso-III-Gutachten für die Stadt ermittelten angemessen Sicherheitsabstände.

(schum)
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