Kritik an Parkhaus-Idee der SPD am Bahnhof: Vorstoß viel zu spät

Parkproblem am Bahnhof Dormagen : Kritik am Parkhaus-Vorstoß der SPD

FDB und Zentrum sagen, dass es bereits im April 2018 einen konkreten Vorschlag gegeben habe.

Der Vorschlag der SPD für eine Kombination aus Tiefgarage und oberirdischem Parkhaus am Bahnhof löst eine politische Debatte aus. Michael Kirbach, Sachkundiger Bürger des Zentrums, kritisiert den späten Zeitpunkt, weil es bereits vor anderthalb Jahren Ideen in diese Richtung gegeben habe, die aber politisch nicht mehrheitsfähig gewesen sind. „Schon im Planungsausschuss im April 2018 hat die Fraktion des Freien Demokratischen Bunds die Parkproblematik am Bahnhof erkannt und ein zusätzliches Parkdeck über dem vorhandenen P&R Parkplatz angeregt“, so Kirbach. „Dies hätte die vorhandenen Kapazitäten fast verdoppelt.“

Das von Markus Rossdeutscher (FDB) und Kirbach vorgeschlagene Konzept von einem Parkhaussystem bzw. einer Hochgarage sei in Stahlbauweise durch ein modulares System kostengünstig und mit kurzer Bauzeit errichtbar. „Es wird lediglich auf dem vorhandenen Parkplatz ein Geschoss aufgebaut, zusätzliche Flächen werden nicht in Anspruch genommen“. Auch standen im April 2018 Ausrüstungen für das Laden von Elektroautos in solchen Parkhäusern zur Verfügung, aber ist das mit Blick auf die Baukosten interessant für Pendler die gerade mit dem geladenen Auto von zu Hause kommen?“ Kirbach wundert sich: „Warum wurde dies seinerzeit nicht realisiert? Die SPD hat sich in dieser Sitzung im April sogar dagegen ausgesprochen. Die Erweiterung könnte schon längst fertig sein.“ Zudem fehle aktuell eine fachliche Betrachtung zum benötigten Parkraum  mit aktuellen Pendlerzahlen oder dem Bevölkerungszuwachs in Dormagen.

Die SPD ist seit Jahren immer wieder auf der Suche nach einer Lösung für die unbefriedigende Parkplatzsituation am Bahnhof. 2013 bereits hatte sich der damalige Fraktionsvorsitzende Bernhard Schmitt  für eine (weiter entfernt liegende) Parkpalette stark gemacht, die jedoch nicht realisiert wurde. Jetzt ein neuer Vorstoß, der im Hauptausschuss am 31. Oktober entschieden werden soll. Denn seit vielen Jahren sind die Parkplätze direkt am Bahnhof immer wieder überfüllt, sorgen die suchenden Autofahrer für verstopfte Nebenstraßen und Ärger bei den Anwohnern, deren Grundstücke und Ausfahrten zugeparkt werden. „Wir müssen eine Lösung dafür finden, den Parkdruck zu verringern“, fordert Partei-Chef Carsten Müller. Laut SPD-Antrag biete sich ein kombiniertes Parkhaus auf dem Gelände des Park-&-Ride-Platzes aufgrund der Topologie an, mit einer Kombination aus einer einstöckigen Tiefgarage und einem darüber gelegenen ein- bis zweistöckigem Parkhaus.

(schum)
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