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Dormagen: Dormagener informieren sich über Herzkrankheiten

Dormagen : Dormagener informieren sich über Herzkrankheiten

Die Deutsche Herzstiftung setzt ihre Aufklärungsarbeit mit Herz-Wochen fort und konnte 300 Besucher begrüßen.

300 Besucher waren am Mittwochabend der Einladung von Deutscher Herzstiftung und Neuß-Grevenbroicher Zeitung ins Bettina-von-Arnim-Gymnasium gefolgt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die fünf Experten verstanden es bestens, in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache zum aktuellen Thema "Koronare Herzerkrankung erkennen und behandeln" umfassend zu informieren. Die wichtigste Botschaft des Abends: "Jeder Zehnte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer koronaren Herzerkrankung (KHK)."

Professor Michael Haude, Leiter der sechs Herz-Seminare im Rhein- Kreis Neuss, sprach vom "Killer Nr. eins". Das Tückische an dieser Volkskrankheit: "Die Symptome werden erst spürbar, wenn die Arterie bereits verengt ist." Dr. Georg Haltern vom Kreiskrankenhaus Dormagen erklärte das so: "In den Arterien bilden sich Ablagerungen, die den Blutfluss hemmen." Auch er betonte: "Spürbar wird dies für den Betroffenen erst, wenn bereits zwei Drittel der Arterie verstopft sind." Engegefühl in der Brust, ein Schmerz, der auch in andere Körperpartien ausstrahlen kann, und Luftnot bei bereits geringen Belastungen seien dann ernstzunehmende Anzeichen. Der Dormagener Kardiologe Dr. Matthias Breise mahnte daher eindringlich, auf den richtigen Lebensstil zu achten. "Ein gesunder Lebensstil schützt nicht vor der koronaren Herzerkrankung, er kann die Diagnose aber bis zu 90 Prozent verbessern." Seine Botschaft: regelmäßige Ausdauerbewegung, Mittelmeerkost, ein kluger Umgang mit Stress, kein Nikotin. Breises mahnender Hinweis: "Jede Zigarette verkürzt Ihr Leben."

Während Breise die Medikamente vorstellte, sprach Dr. Hubertus Degen gezielt die interventionellen Therapien an. Im Vordergrund standen dabei die Stents, mit denen Engstellen in den Herzkranzgefäßen erweitert werden. Neu ist ein medikamentenbeschichteter Stent, der sich nach sechs bis zwölf Monaten im Körper von selbst auflöst. Der Oberarzt vom Neusser Lukaskrankenhaus sprach von "einer Revolution" für die KHK-Behandlung.

Dr. Hubertus Degen lobte zudem die Versorgung von Infarkt-Patienten im Rhein-Kreis Neuss: Alle Rettungswagen hätten die entsprechende Technik an Bord, um Untersuchungsergebnisse per Funk über einen zentralen Server sofort an die kreisweit beteiligten Krankenhäuser zu übermitteln. Patienten mit Verdacht auf einen großen Herzinfarkt werden ins "Lukas" gebracht, wo zwei Herzkatheter-Messplätze rund um die Uhr 365 Tage im Jahr besetzt sind. Dr. Hamid Bigdeli, Herzchirurg am Herzzentrum Essen-Huttrop, nahm den Anwesenden die Angst vor einer möglichen Bypass-Operation: "Sie ist die Alternative zum Stent und mittlerweile für uns eine Routineangelegenheit."

Bürgermeister Peter Olaf Hoffmann, der erneut die Schirmherrschaft für das Herz-Seminar übernommen hatte, stellte die Bedeutung der Aufklärungskampagne heraus und nutzte die Gelegenheit, sich beim Stiftungsbeauftragten Günter Kopp für die vorbildliche Organisation und bei den Ärzten für ihren Einsatz zu bedanken: "Andere bekommen viel Geld dafür, unsere Experten sind ehrenamtlich für Sie und Ihre Gesundheit im Einsatz."

(NGZ)