1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Mehr als 6 Millionen Euro für Kreisarchiv

Dormagen : Mehr als 6 Millionen Euro für Kreisarchiv

Das Archiv im Rhein-Kreis in Zons stößt an seine Kapazitätsgrenzen, daher plant der Kreis für mehr als sechs Millionen Euro einen Erweiterungsbau an der Stelle des Bürgerhauses. Nun diskutiert die Politik über eine Kosten-Reduzierung.

Der Platz wird knapp: Noch stehen etwa 160 laufende Regalmeter im Archiv im Rhein-Kreis Neuss in der Burg Friedestrom in Zons zur Verfügung. Da jedes Jahr rund 40 bis 50 Meter Dokumente hinzukommen, wird in vier Jahren die Kapazitätsgrenze erreicht sein. Das gilt auch für das Archivgut der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen, die mit dem Kreisarchiv kooperieren.

"Es besteht kein Zweifel, dass das Kreisarchiv erweitert werden muss", erklärt Dieter Welsink, Fraktionschef der Kreis-CDU. Das sei eine Pflichtaufgabe. Daher seien im Kreis-Haushalts-Entwurf 200 000 Euro für die Planungen eingestellt. Insgesamt wird für den Archivbau an der Stelle des Bürgerhauses in Zons mit einer Gesamtsumme von 6,5 Millionen Euro gerechnet, allein das Gebäude soll 3,9 Millionen Euro kosten. Dagegen regt sich nun Widerstand in der (Kreis-)Politik. Die Kreis-CDU fordert eine strikte Kostenkontrolle: "Wir sind erst in der Planungsphase, da sollten mögliche Baualternativen und Finanzierungsbeteiligungen der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen geprüft werden, um die Kosten zu senken", sagt Welsink, der jedoch die Vorteile des Standortes Zons herausstellt: "Dort existiert ein Kulturzentrum in der Hand des Kreises", erklärt der CDU-Kreis-Fraktionsvorsitzende.

Demgegenüber möchte die Kreis-SPD weitere Standorte prüfen lassen, wie Rainer Thiel MdL, SPD-Kreis-Fraktionsvorsitzender, erklärt: "Das Archiv könnte gut auch in anderen, leerstehenden Gebäuden im eigenen Bestand des Kreises oder auch darüber hinaus, untergebracht werden." Für ihn sei die Standort-Frage noch völlig offen. Falls es Zons werde, müsste der Erweiterungsbau jedoch deutlich günstiger ausfallen, wie Thiel ausführt: "Das Gebäude ist überdimensioniert, da könnte eine kleinere Lösung mehr Sinn machen", stellt er die Notwendigkeit von sieben Büroräumen in Frage: "Der Kreis darf keine höheren Standards bei sich anlegen als er den Kommunen selbst zugesteht." Allerdings betont Thiel auch, dass der Erweiterungsbau trotzdem noch einlandend und für die Öffentlichkeit nutzbar sein sollte: "Er sollte kein Zweckbau werden, der genauso hässlich wie das jetzige Bürgerhaus ist."

Denn die Beseitigung des "Schandflecks" Bürgerhaus ist ein Nebeneffekt des Erweiterungsbaus, von dem Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes ausgeht, dass er in Zons stehen wird: "Am Standort Zons halten wir fest, da dort Synergieeffekte entstehen." Allerdings werde die Verwaltung weitere Fördermöglichkeiten prüfen.

Als Leiter des Archivs im Rhein-Kreis würde Stephen Schröder den Standort Zons "unbedingt begrüßen": "Eine teilweise Auslagerung der Dokumente wäre mit hohen Folgekosten für Transport verbunden und für die Nutzer unerfreulich, da Archivgut nicht mehr flexibel zur Verfügung stehen würde."

(NGZ/ac)